Wissenschaftsbündnis DANK
Noch ein Superlativ: „2026 muss das Jahr der Prävention werden“
Deutschland macht bei der Gesundheitsvermeidung keine gute Figur, meint das Wissenschaftsbündnis Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten. Im neuen Jahr müsse sich das ändern. Die Zutaten für den Umbruch lägen alle auf dem Tisch.
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Gesundes günstiger machen: Medizinische Fachgesellschaften und Ärzteverbände werben seit Jahren für die „gesunde Mehrwertsteuer“.
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Berlin. Vertreter der Gesundheitsbranche überhäufen das neue Jahr mit Superlativen: 2026 werde zum „Schlüsseljahr“ für ein „zukunftsfestes Gesundheitswesen“, meint Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) prophezeit gar, 2026 werde zum „Schicksalsjahr“.
„2026 muss das Jahr der Prävention werden“, reiht sich das Wissenschaftsbündnis Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) ein. Zum Start der „Grünen Woche“ am vergangenen Freitag (16. Januar) in Berlin appelliert die Sprecherin des Bündnisses, Barbara Bitzer, an die Politik, die wirksame Prävention von nichtübertragbaren Krankheiten nicht zu verschleppen.
„Zuckersteuer wirkt sich positiv aus“
Der Zeitpunkt der Intervention scheint günstig. Immerhin ist die Debatte um eine Zuckersteuer zurück. Die DANK begrüße die Initiative von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) zur Einführung einer Herstellerabgabe auf zuckergesüßte Getränke, sagt Bitzer.
Solche Abgaben würden die Verbraucher nicht belasten und sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Freilich: Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist eine Zuckersteuer nicht enthalten.
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Bitzer, die auch Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) ist, lässt das als Ausrede nicht gelten: „Das Argument, derartige wirksame Maßnahmen seien nicht umsetzbar, da sie nicht im Koalitionsvertrag stehen, trägt nicht mehr – erst recht nicht, seit aus dem Kanzleramt selbst öffentlich gefordert wurde, Koalitionsvereinbarungen angesichts neuer wirtschaftlicher Realitäten anzupassen und auch die Bevölkerung die Politik zunehmend in der Pflicht sieht.“
Bei Prävention auf Platz 17 von 18
Die Diskussion über „gesundheitsorientierte Steuerinstrumente“ sei dringlicher denn je, heißt es bei der DANK, der 24 medizinische Fachgesellschaften, Verbände und Forschungseinrichtungen angehören, unter ihnen der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen, die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Adipositas-Gesellschaft.
Konkret fordern diese die Einführung einer gesunden Mehrwertsteuer, die höhere Besteuerung von Tabak und Alkohol, Kinderschutz in der Lebensmittelwerbung, mindestens eine Stunde Bewegung in Kita und Schule sowie Standards für die Kita- und Schulernährung.
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Derzeit mache Deutschland beim Thema Prävention ein schlechte Figur, so die DANK. Das Land gehöre in Europa zu den Schlusslichtern in der Prävention und stehe laut kürzlich veröffentlichtem Public Health Index des AOK-Bundesverbandes und des Deutschen Krebsforschungszentrums auf Platz 17 von 18.
Wird das im neuen Jahr anders? DANK-Sprecherin Bitzer hofft es zumindest – und warnt die Politik vor dem Prinzip Aussitzen: „Abwarten und untätig bleiben, kostet Lebensjahre und Wirtschaftskraft.“ (hom)
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