Ärzte Zeitung, 07.12.2017
 

Olympia-Ausschluss

Russische Sportler klagen vor Sportgericht

Nach den Strafen des Internationalen Olympischen Komitees im russischen Dopingskandal will Präsident Putin die Lage in Ruhe analysieren.

Russische Sportler klagen

Doping-Fall Russland: Der Ausschluss von den Olympischen Winterspielen 2018 beschäftigt Präsident Putin.

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MOSKAU. Der russische Präsident Wladimir Putin wird sich nach Angaben seines Sprechers Zeit nehmen für eine Antwort auf den Ausschluss Russlands von den Olympischen Winterspielen 2018. "Die Lage ist ernst und erfordert eine fundierte Analyse", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch in Moskau.

Dafür seien erst Fragen mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) zu klären. Auch die russischen Sportler müssten sich erst eine Meinung bilden zu dem IOC-Beschluss, der Russland als organisierte Sportnation für Südkorea ausschließt und nur einzelne Athleten zulässt.

"Das wichtigste Thema ist jetzt, die Interessen unserer Sportler zu verteidigen", sagte Peskow der Agentur Interfax zufolge. Weniger wichtig sei die Frage, ob die russischen Sportfunktionäre wegen Versagens bestraft werden müssten. Der russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschow vom Föderationsrat hatte Strafen gefordert, weil die Funktionäre die Doping-Sanktionen des IOC nicht verhindert hätten.

Das IOC hat das Nationale Olympische Komitee Russlands (ROC) für die Spiele in Pyeongchang im Februar gesperrt. Auch Vertreter des Sportministeriums bekommen keine Akkreditierung.

Am Dienstag hatte das IOC als weitere Maßnahme beschlossen, dass unbelastete russische Athleten in Südkorea nur unter neutraler Flagge starten dürfen. Das IOC bestrafte damit das mutmaßlich staatlich orchestrierte Dopingsystem in Russland vor und bei den Winterspielen in Sotschi 2014. Außerdem wird das Russische Olympische Komitee (ROC) mit sofortiger Wirkung suspendiert. Nur einzelne russische Athleten dürfen unter strengen Bedingungen im Februar in Pyeongchang starten.

Diese eingeladenen Athleten werden unter dem Namen "Olympiasportler aus Russland (OAR)" an Einzel- und Mannschaftswettbewerben teilnehmen. Sie treten mit einer Uniform unter diesem Namen und unter der Olympischen Flagge an. Dazu wird bei einer Zeremonie die Olympische Hymne gespielt.

Derweil könnten auf das IOC eine Klagewelle zurollen. Wie der Internationale Sportgerichtshof CAS am Mittwoch mitteilte, seien 22 Einsprüche russischer Sportler gegen die Sperren und die Annullierung ihrer Ergebnisse von Sotschi eingegangen. Die Athleten beantragten eine Entscheidung bis zum Beginn der Winterspiele am 9. Februar.

Das IOC hat wegen des mutmaßlich staatlich orchestrierten Dopingsystems in Russland bislang 25 russische Sotschi-Teilnehmer nachträglich gesperrt. Dabei wurden Russland auch elf Medaillen, darunter vier goldene, aberkannt.(dpa)

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