Ärzte Zeitung online, 03.09.2019

Präventionsradar 2019

Deutsche Schüler stehen auf den roten Bullen

Powerschub oder Gesundheitsgefahr: Jeder fünfte Schüler trinkt regelmäßig Energy-Drinks, so die Befragung einer Krankenkasse. Welche Auswirkung auf die Gesundheit Heranwachsender hat der Konsum?

ajo1_8494746-A.jpg

Silhouette von Kind mit Energy-Drink: Jungs trinken einer Befragung zufolge häufiger Energy-Drinks als Mädchen.

© Snap2Art / stock.adobe.com

HAMBURG. Fast jedes fünfte Schulkind nimmt nach der Untersuchung „Präventionsradar 2019“ der Krankenkasse DAK regelmäßig Energy-Drinks zu sich. Daraus resultierten negativen Folgen für die Gesundheit: Bei den Mädchen und Jungen der fünften bis zehnten Klassen, die Energy-Drinks konsumieren, seien Übergewicht, Schlafstörungen und Hyperaktivität besonders häufig.

Im Detail: Nach den DAK-Untersuchungen trinken 19 Prozent der Mädchen und Jungen in den genannten Jahrgangsstufen mindestens einmal im Monat Energy-Drinks. sechs Prozent tun das wöchentlich, drei Prozent täglich.

Eher ein männliches Phänomen?

Die DAK hat die nach ihren Angaben repräsentative Studie in 13 Bundesländern gemacht. Rund 14.000 Mädchen und Jungen aus mehr als 900 Schulklassen wurden demnach befragt.

Von den täglichen Energy-Drink-Konsumenten sind den Angaben zufolge zwei Drittel männlich. „Gerade für Heranwachsende sind aufputschende Softdrinks bedenklich“, sagte der DAK-Vorstandsvorsitzende Andreas Storm. „Sie enthalten viel Koffein, sind extrem gesüßt und stecken voller synthetischer Zusatzstoffe.“

Einschlaf- und Konzentrationsprobleme häufiger

Die Energy-Drinks verliehen keinen Powerschub, sondern könnten zu massiven Gesundheitsproblemen führen. So berichteten fast zwei Drittel (63 Prozent) der Jungen und Mädchen mit täglichem Konsum von Problemen beim Ein- oder Durchschlafen. In der Gruppe derjenigen, die nie oder nur selten Energydrinks trinken, seien Schlafstörungen deutlich seltener (41 Prozent).

Die Getränke könnten zum Problem für Lehrer werden: Ein Fünftel der täglichen Konsumenten berichtet von häufigen Konzentrationsproblemen – bei Nicht-Konsumenten sind es lediglich sechs Prozent.

Die DAK forderte, Energy-Drinks besser zu kennzeichnen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hatte neulich in einer Stellungnahme ausgedrückt, dass hoher Konsum Kurzatmigkeit, Muskelzittern sowie Veränderungen im EKG nach sich ziehen. (ajo/dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Eine tödliche Kombination

Nach einem Infarkt haben Diabetiker ein hohes Risiko für Herzschwäche. Doch nicht nur das: Die Kombination verdreifacht das Sterberisiko, offenbaren Studiendaten. mehr »

KBV-Vertreter setzen ein Zeichen

Die Vertragsärzte kämpfen um den Sicherstellungsauftrag für die ambulante Notfallversorgung, um die sich auch Kliniken bewerben. Das hat die KBV-VV dazu veranlasst, eine Resolution zu verabschieden. mehr »

"Es hapert deutlich bei der Prävention"

In der Schlaganfallversorgung ist Deutschland Weltspitze, doch bei der Prävention gibt es große Defizite, findet Professor Hans-Christoph Diener. mehr »