Ärzte Zeitung, 27.03.2012
 

1000. Ausgabe blickt in nächste Jahrtausend

1000. Ausgabe blickt in nächste Jahrtausend

Vier Jahre und vier Monate nach dem ersten Erscheinungstag bricht die "Ärzte Zeitung" alle Rekorde: Die 1000. Ausgabe bietet auf 176 Seiten einen Blick ins nächste Jahrtausend.

1000. Ausgabe blickt in nächste Jahrtausend

1000 Ausgaben sind geschafft - was bringt die Zukunft?

© Ärzte Zeitung

Neu-Isenburg, 13. Februar 1987. An diesem Tag erscheint die "Ärzte Zeitung" zum tausendsten Mal. Sie vermittelt ihren Lesern einen Blick ins nächste Jahrtausend - auf insgesamt 176 Seiten, bis heute ein Rekord.

Allein das Volumen dieser Zeitung ist Ausdruck der damals noch Verteilungsspielräume im Gesundheitswesen, nicht zuletzt auch der Bereitschaft der pharmazeutischen Industrie, ein solches Informationsangebot in seiner Breite und Fülle durch Anzeigen zu finanzieren. Die Zeiten sollten sich ändern.

"Für das Jahr 2000 droht die englische Krankheit" prognostizierte Professor Dr. Michael Arnold.

Als damaliger Vorsitzender des Sachverständigenrates im Gesundheitswesen war er einer der prominenten Köpfe, die für die "Ärzte Zeitung" den Blick in die Zukunft richteten.

Eine Kombination aus demografischer Alterung, medizinischem Fortschritt, wachsender Arztzahl und Fehlanreizen insbesondere der in der ambulanten Versorgung üblichen Form der Einzelleistungsvergütung könnte systemsprengende Wirkung haben. Schon damals mahnte Arnold mehr Qualitätskontrollen, mehr Effektivität auch durch Kosten-Nutzen-Analysen und medizinische Orientierungsdaten an.

Gelinge es nicht, auf diese Weise Wirtschaftlichkeitsreserven zu heben, so werde es in irgendeiner Form zur Budgetierung kommen, oder die Höhe der GKV-Beiträge werden gesetzlich festgeschrieben. Eine hellsichtige Analyse: Bereits sechs Jahre später - durch Seehofers Gesundheitsstrukturgesetz - war die Budgetierung Realität.

Kassenärzte in den 90ern: Opfer der Budgetierung

Schon in dieser 1000. Ausgabe war zu lesen, woran die Kassenärzte Anfang der 90er Jahre scheitern sollten und warum sie Opfer der Budgetierung wurden.

"Eigentlich sind es die niedergelassenen Kassenärzte, die den größten Teil des GKV-Budgets disponieren: durch Leistungen, die sie selbst erbringen, durch Einsatz von Arznei- und Heilmitteln, durch Überweisung ins Krankenhaus.

Die Ärzte sind im gegenwärtigen System weitaus mehr als Ärzte: sie sind in Wirklichkeit Manager von Milliardenbudgets." Falsch verstandene Freiheit, aber auch mangelnde Fähigkeit, sehr subtil zwischen Sparsamkeit und bester Leistung für den Patienten abzuwägen, könne dazu führen, dass aus dem selbstverantwortlichen Arzt der bürokratisch zugemauerte und gedeckelte Kassenmediziner werde.

Das ist - zumindest in der Tendenz - Realität geworden.

Trotz der nicht unbedingt optimistischen Prognose: Freitag, der 13. Februar 1987, war der bislang schönste und prächtigste Feiertag, den die "Ärzte Zeitung" seit jeher begangen hat.

Der Erscheinungstag der tausendsten Ausgabe der "Ärzte Zeitung" mündete in tausendundeine Nacht. Ein rauschendes Fest mit orientalischer Heiterkeit, das noch lange in den Köpfen unserer Gäste wach blieb. (HL)

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