Ernährung, 11.09.2008

Genussvoll und rheumagerecht essen und trinken

Eine spezielle Rheumadiät gibt es zwar nicht, Patienten mit entzündlichen rheumatischen Erkrankungen profitieren aber von einer überwiegend lakto-vegetabilen Kost, die reich an Omega-3-Fettsäuren ist.

Von Kirsten Grashoff

Die Ernährungstherapie ist eine bedeutsame Ergänzung der medikamentösen Therapie rheumatischer Erkrankungen und sollte gleichzeitig mit ihr begonnen werden. Zu diesem Schluss kommt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in einer aktuellen Stellungnahme. Vor allem Patienten mit entzündlichen rheumatischen Erkrankungen können mit einer vorwiegend lakto-vegetabilen Kost, die reich an Omega-3-Fettsäuren ist, den Langzeitverlauf der Krankheit positiv beeinflussen, erklärt Antje Gahl von der DGE.

Kontrollierte klinische Studien zeigen, dass sich Symptome wie Schwellungen, Überwärmung und Schmerzen unter einer vegetarischen Kost bessern. In einigen dieser Studien sei auch eine verminderte Einnahme von Medikamenten nachgewiesen worden. Erste Effekte einer Ernährungstherapie setzen nach circa drei Monaten ein und verstärken sich im Verlauf von zwölf Monaten.

Empfehlungen für eine entzündungshemmende Ernährung hat der Arbeitskreis "Ernährungsmedizin in der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie" erstellt. Die Angaben stimmen mit den bestehenden Empfehlungen der DGE überein. Demnach sollte die Ernährung generell an den individuellen Lebensstil angepasst sein, schmecken und alle Nährstoffe enthalten, die der Körper braucht. Es sollte aber nichts gegessen werden, was nicht bekommt. Einseitige oder ausgefallene Kostformen sind zu meiden.

Auf die richtigen Lebensmittel kommt es an

Für die Lebensmittelauswahl gilt: Rheumapatienten sollten fettreiche Lebensmittel tierischer Herkunft wie Schweineschmalz, -leber, Eigelb oder fettreiche Fleisch- und Wurstsorten meiden und nicht mehr als zwei Portionen Fleisch oder Wurst pro Woche essen. Empfehlenswert ist hingegen der Verzehr von Makrele, Lachs und Hering zweimal pro Woche. Diese Fische sind reich an Omega-3-Fettsäuren.

Das gilt auch für Raps-, Soja-, Walnuss- und Leinöl. Raps- und Sojaöl sind zudem gute Quellen für Vitamin E. Die in Gemüse und Obst enthaltenen antioxidativen Substanzen sprechen für den Verzehr von fünf Portionen am Tag. Bei der Lebensmittelauswahl sind außerdem fettarme Milch und Milchprodukte zu bevorzugen. Bei alkoholischen Getränken ist Zurückhaltung angesagt.

Der Arbeitskreis empfiehlt die Einnahme von Fischölkapseln nur nach ärztlicher Verordnung: Eicosapentaensäure zu Beginn in höherer Dosis (900 mg pro Tag), danach in verminderter (300 mg pro Tag). Regelmäßige Bewegung ist ebenfalls wichtig. Besonders günstig sind gelenkschonende Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen. Auch ein Spaziergang an der frischen Luft (Vitamin D) ist sinnvoll. Ein veränderter Lebensstil wirkt sich zudem oft positiv aus auf vorliegende Krankheiten wie Diabetes mellitus, Arteriosklerose und Fettstoffwechselstörungen und hilft bei Übergewicht das Körpergewicht zu normalisieren.

Lebensmittelunverträglichkeiten wie Glutensensitivität, Laktose- oder Fruktoseintoleranz kommen bei Rheumatikern deutlich häufiger vor als in der Allgemeinbevölkerung. Daher ist die Prävention der Osteoporose bei ihnen besonders wichtig.

Die Stellungnahme zur "Rheumadiät" ist unter www.dge.de abrufbar.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Der kleine Unterschied ist größer als gedacht

Krankheiten verlaufen bei Männern und Frauen unterschiedlich, das ist bekannt. Die Gendermedizin deckt immer mehr die geschlechtsspezifischen Besonderheiten auf. mehr »

Prä-Op-Labor - Kein Einfluss auf den Bonus

Mit der Laborreform hat sich der Blick verstärkt auf das Prä-Op-Labor gerichtet. Das soll nicht auf die Laborkosten angerechnet werden. mehr »

So sieht die Gesundheitsversorgung in den 32 WM-Ländern aus

Bei der Fußball-WM in Russland sind die teilnehmenden Nationen mit hochkarätigen medizinischen Betreuerstäben am Start. Doch wie sieht es mit der Gesundheitsversorgung in der Heimat aus? mehr »