Ärzte Zeitung, 18.03.2011

Botschaft appelliert an Deutsche, Ostjapan zu verlassen

Der Botschafter Deutschlands in Tokio fordert Landsleute in der Krisenregion rund um Fukushima sowie in weiteren angrenzenden Präfekturen auf, sich nach Westjapan zu begeben. Auch die Botschaft zieht nach Osaka um.

Botschaft appelliert an Deutsche, Ostjapan zu verlassen

Entwicklung der Strahlungsintensität am havarierten AKW Fukushima

TOKIO / OSAKA (maw). Angesichts der weiter drohenden Eskalation im havarierten Atomkraftwerk in Fukushima hat die Deutsche Botschaft die noch verbliebenen Deutschen in Ostjapan aufgefordert, die Region zu verlassen und in andere Landesteile zu gehen oder ganz auszureisen.

In einem Brief an die Deutschen in Japan appellierte am Donnerstag der deutsche Botschafter in Japan, Dr. Volker Stanzel, im Interesse der persönlichen Sicherheit "dieses Gebiet in Richtung Westjapan zu verlassen, bis die Störung in dem Kraftwerk Fukushima I beseitigt ist".

Nach Abstimmung mit dem Krisenstab des Auswärtigen Amtes hat die Botschaft die potenzielle Gefahrenzone für Deutsche in Japan großzügig erweitert.

So rät sie nicht nur allen Deutschen in der unmittelbar betroffenen Region rund um Fukushima sowie im Großraum Tokio/Yokohama, den aktuellen Aufenthaltsort zu verlassen. Die Aufforderung richtet sich auch an Deutsche in den Präfekturen Shizuoka, Yamanashi, Nagano und Niigata sowie in allen Landesteilen östlich davon bis einschließlich Hokkaido.

Die Botschaft habe zwei Beraterteams für Betroffene eingerichtet, die nach Westjapan gehen wollen. Diese stünden am Bahnhof Shin-Osaka sowie am Kansai International Airport zur Verfügung. Die Botschaft selbst habe angesichts der Gefahrensituation ebenfalls beschlossen, die Räumlichkeiten in Tokio zu verlassen und vom Generalkonsulat in Osaka aus zu agieren.

Auf der Website der Botschaft (www.tokyo.diplo.de) werden weiterhin aktuelle Informationen zur Entwicklung in Fukushima gemeldet sowie wesentliche Verkehrshinweise gegeben. Die Botschaft bittet zudem die Deutschen, die Ostjapan bereits verlassen haben, um eine kurze Nachricht.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So hoch ist die Lebenserwartung in der Welt

Wer als Junge in Deutschland geboren wird, darf sich im Schnitt auf 78 Jahre freuen. Wie hoch ist die Lebenserwartung in anderen Ländern der Welt? Wir geben die Antwort. mehr »

Der Gesundheitsminister will das E-Rezept

Krankenkassen, Ärzte und Apothekerschaft sollen in ihren Rahmenverträgen das elektronische Rezept ermöglichen. Eine gesetzliche Verpflichtung soll bis 2020 stehen. mehr »

Diabetes-Strategie zum Greifen nah

Der gezielte Kampf gegen Diabetes könnte schon bald konkrete Formen annehmen. Zum heutigen Welt-Diabetestag zeichnet sich zwischen Union und SPD ein Kompromiss für eine nationale Diabetes-Strategie ab. mehr »