Ärzte Zeitung online, 15.01.2018

Minneapolis

Gesundheit wird zum Standortvorteil

Nähe zur Natur, ein aktiver Lebensstil: Viele US-Städte punkten mit dem Faktor Gesundheit – sowohl bei Touristen als auch bei neuen sport-begeisterten Einwohnern.

Von Jana Kötter

Gesundheit wird zum Standortvorteil

Im Rausch der Geschwindigkeit: Mit dem Schneemobil im Aktivurlaub.

© Great Lakes USA

Dass Gesundheit bei der Auswahl eines Reiseziels ein gewichtiger Grund sein kann, weiß die Stadtregierung von Minneapolis genau. "Wir sind sehr stolz darauf, dass wir in unserer Stadt viele Grünflächen und einen hohen Anteil von Natur haben und aufgrund dessen eine Vielzahl von Sportmöglichkeiten bieten können", sagt Kristen Montag, Sprecherin der Stadt Minneapolis. "Tatsächlich kommen viele Touristen gezielt zu uns, weil sie genau das schätzen."

Den Standortvorteil in Form des Faktors "Gesundheit" lässt sich die Stadt seit einigen Jahren gezielt zertifizieren: So wurde Minneapolis im April vergangenen Jahres vom Urlaubsportal Oyster.com auf den ersten Platz jener amerikanischen Städte gewählt, in denen Urlauber am einfachsten gesund leben können. Die Begründung: Der Lebensstil der Bürger in Minneapolis – jeder Zweite der insgesamt 382.500 Einwohner bewegt sich laut einer Studie des American College of Sports Medicine mehr als 30 Minuten am Tag – motiviert auch Besucher, ebenso gesund zu leben. Darüber hinaus, heißt es, sei Minneapolis eine der ersten Städte gewesen, die das Rauchen auf öffentlichen Plätzen verbot und gleichzeitig Radwege flächendeckend installierte. Laut Abenteuersport-Portal GrindTV ist Minneapolis daher auch Amerikas beste Stadt für Fahrradfahrer.

197 Parkanlagen in der Stadt

"Für uns sind das wichtige Auszeichnungen", sagt Montag. Die Stadt wirbt gezielt damit, dass nicht nur ihre Bewohner zu den aktivsten der Vereinigten Staaten zählen, sondern eben auch Touristen diesen aktiven Lebensstil verfolgen können. Die Nähe zur Natur hilft dabei: So hat Minneapolis 197 Parkanlagen und 22 Teiche und kleinere Seen, die Anlaufstelle für zahlreiche Sportler sind. Und: Mit den Great Lakes liegt rund ein Fünftel der weltweiten Frischwasser-Reserven vor der Haustür, was auch Wassersportler anzieht.

Laut einer Umfrage des Reiseportals Tripadvisor ist 69 Prozent der Urlauber, die von sich selbst sagen, in der Heimat gesund zu leben, auch gesunde Ernährung und ein Sportangebot wichtig. "Tatsächlich verbuchen wir in der Region der Great Lakes zunehmend gesundheitsbewusste Reisende", erklärt Lee Anthony McCarrick, Geschäftsführer der Tourismusmarketingagentur Great Lakes USA. "Dabei ist nicht nur wichtig, dass wir eine Vielzahl von Outdoor-Aktivitäten anbieten können, sondern auch, dass das gesundheitsbewusste Leben Teil unserer Kultur ist." Immerhin habe das American College of Sports Medicine die Region rund um die Hauptstadt des US-Staates Minnesota, St. Paul und Minneapolis, bereits zum dritten Mal in Folge zur aktivsten Region der USA gewählt.

Gerade junge Familien interessiert

In Duluth, rund 260 Kilometer nördlich von Minneapolis direkt am Lake Superior gelegen, spielt der Standortvorteil Gesundheit nicht nur im Tourismusmarketing eine Rolle. "Tatsächlich zeigen unsere Auswertungen, dass viele Bewohner – gerade junge Familien – gezielt nach Duluth ziehen, weil in maximal 30 Minuten von jedem Punkt der Stadt aus ein Wander- oder Mountainbike-Weg vor der Tür liegt", erklärt Bob Gustafson von "Visit Duluth". "Wir gelten als überdurchschnittlich gesunde Stadt", sagt er. Übergewicht etwa sei bei den Bewohnern kein Thema.

Die Stadtverwaltung hat eine Infrastruktur geschaffen, die dafür Anreize setzt: So sind in und um die Stadt fast 300 Kilometer Pfade, zumeist Holzwege, verlegt. Wanderrouten sind in allen Längen vorhanden und gut ausgeschildert: So führt ein rund elf Kilometer Weg entlang des Lake Superior auch am Stadtwahrzeichen, der Hubbrücke, vorbei. Er ist Anlaufstelle für viele Jogger. Ambitionierte Besucher finden Fernwanderwege wie den 450 Kilometer langen Superior Hiking Trail, den Leser des Magazins "Backpacker" zum zweitbesten Wanderweg der USA gewählt haben. Von der Internationalen Mountainbike-Gesellschaft IMBA wurde Duluth darüber hinaus als eine der sechs Top-US-Städte zum Mountainbiken ausgezeichnet.

"All das hat zwei Folgen", beobachtet Gustafson. "Einerseits lebt der Großteil der Bürger tatsächlich ein sehr aktives, gesundes Leben, das auch unsere Besucher schätzen. Als Konsequenz leben wir hier ein sehr zufriedenes, erfülltes Leben", sagt der Stadtsprecher, der selbst begeisterter Mountainbiker ist. "Die Aktivitäten an der Luft helfen, glücklich zu sein", sagt er.

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[15.01.2018, 09:18:14]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Hab' ich was vepasst?" (WDR 2)
Kam doch neulich jemand mit einem Schneemobil im Aktivurlaub durch die verschneiten Wälder um Minneapolis/St.Paul, Minnesota/USA gebraust und behauptete, umweltfreundlich Sport zu machen um sich schlank und fit zu halten.
Nein, es war kein Elektromobil, weil die Akkus bei Minusgraden in kürzester Zeit schlapp machen würden, sondern ein klassischer 2-Takt-Verbrennungsmotor mit entsprechender Abgasfahne.
Meine Empfehlung, es doch mal mit Ski-Langlauf zu versuchen wurde brüsk zurückgewiesen: Dann könne er doch gar nicht mehr den nächsten Mc-Do-King erreichen, wo sich alle Snowmobil-Biker treffen wurden, um zum sportlichen Ausgleich Fast-Food in sich hineinzuschlingen.

"Klingt interessant. Ist es aber nicht!"

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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