Ärzte Zeitung, 09.12.2008

Mehr Grundschüler in Deutschland lernen Englisch

Ziel der EU-Kommission: Alle Europäer sollen zwei Sprachen sprechen / Großbritannien und Irland im Rückstand

BRÜSSEL (dpa). Die Zahl der deutschen Grundschüler, die Englisch lernen, ist stark gestiegen. Seit 2002 habe sich ihr Anteil auf gut 50 Prozent verdreifacht, heißt es in einer kürzlich in Brüssel veröffentlichten Studie des europäischen Informationsnetzes Eurydice.

Damit liegt Deutschland immer noch hinter vielen anderen EU-Staaten. Im Durchschnitt steht das Fach Englisch auf den Stundenplänen von knapp 60 Prozent aller europäischen Grundschüler. Demnach machen in Deutschland die Englischstunden weniger als fünf Prozent des Unterrichts aus. In den meisten anderen Ländern beträgt der Anteil fünf bis zehn Prozent.

"Seit der ersten PISA-Studie im Jahr 2000 ist in Deutschland sehr viel in Bewegung gekommen" sagte der Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, Andreas Storm (CDU), am Rande eines Treffens der EU-Bildungsminister in Brüssel. "Deshalb gehe ich davon aus, dass wir in weiteren Erhebungen deutliche Zuwächse in Deutschland sehen werden."

Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten 2002 in Barcelona vorgegeben, dass alle Europäer von Kindesbeinen an zwei Fremdsprachen lernen sollen. "Wenn wir auch Fortschritte verzeichnen, so bleibt doch noch viel zu tun, bis alle Schüler die Möglichkeit haben, in der Schule zwei Fremdsprachen zu lernen", sagte EU-Bildungskommissar Ján Figel. Nach Angaben der Kommission sprechen rund 44 Prozent der Europäer keine Fremdsprache. In Großbritannien und Irland ist der Anteil besonders hoch: In England, Wales und Schottland wurde der Fremdsprachenunterricht seit 1984 zurückgefahren.

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