Ärzte Zeitung, 27.05.2008

Regierung gegen Drogen und für mehr Impfungen

Neue Strategie soll Kindergesundheit stärken / Ulla Schmidt hofft auf Präventionsgesetz

BERLIN (dpa). Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sieht in der von der Regierung beschlossenen Strategie zur Stärkung der Kindergesundheit eines ihrer Hauptanliegen.

 Regierung gegen Drogen und für mehr Impfungen

Jugendliche mit Alkohol und Zigaretten: Die Bundesregierung hat Drogen den Kampf angesagt und will dazu Ressort übergreifend zusammenarbeiten.

Foto: imago

Die gesundheitliche Vorsorge bei Heranwachsenden sei ein "wichtiges Projekt" und müsse "genauso wichtig werden wie die Verkehrssicherheit", sagte Schmidt gestern in Berlin. Sie wolle die Rahmenbedingungen dafür verbessern. "Wir wollen anstoßen und Impulse geben." Dafür sei die Strategie eine "gute Grundlage".

Die Ministerin setzt unter anderem auf den verstärkten Kampf gegen Alkohol, Haschisch und Zigaretten. In diesem Bereich gebe es eine "besorgniserregende Entwicklung", sagte Schmidt. Erreicht werden soll auch, dass Kinder umfassend geimpft werden und sich gesundheitsbewusst ernähren und bewegen. "Gesunde Kinder lernen besser."

Schmidt äußerte zudem die Hoffnung, dass das wegen koalitionsinterner Differenzen auf Eis liegende Präventionsgesetz doch noch in dieser Legislaturperiode auf den Weg gebracht werden kann.

Ziele der neuen Strategie sind unter anderem eine wirksamere Gesundheitsvorsorge, weniger Missbrauch von Alkohol, Cannabis und Zigaretten und eine stärkere Inanspruchnahme von Impfungen und Früherkennungs-Untersuchungen. Auch gegen Vernachlässigung soll verstärkt vorgegangen werden.

Ansätze mehrerer Ressorts sollen gebündelt werden. Angesichts erhöhter Gesundheitsrisiken für ärmere Kinder sollen beispielsweise Vorsorgeansätze die Chancengleichheit erhöhen.

Der Bund zielt zudem auf ein strengeres Vorgehen gegen Solarienbesuche bei Minderjährigen ab. Der regelmäßige Gang auf die Sonnenbank unter 18 erhöht das spätere Hautkrebs-Risiko erheblich. Und das bisherige System freiwilliger Zertifikate hat nur begrenzten Erfolg. Solarien mit Zertifikat verpflichten sich unter anderem, dass Kinder und Jugendliche keinen Zutritt haben. "Derzeit verfügen knapp 300 von mehreren 1000 Solarien über ein Zertifikat", sagte ein Sprecher des Bundesamts für Strahlenschutz. "Das ist sehr wenig."

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