Direkt zum Inhaltsbereich

Jahrhundertaufgabe Demenz - der Hausarzt spielt die Hauptrolle

BERLIN (hom). Nach Einschätzung der Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin, Dr. Angelika Prehn, hat sich im Bereich der hausärztlichen Begleitung von an Demenz erkrankten Menschen in den vergangenen Jahren sehr viel getan.

Veröffentlicht:

Das Interesse unter den Hausärzten an Fort- und Weiterbildungen zur Diagnose und zur Behandlung von Demenzerkrankungen sei nicht zuletzt auch durch die Zunahme der Krankheitsfälle "heute wesentlich höher als noch vor 20 Jahren", sagte Prehn der "Ärzte Zeitung".

In Deutschland sind derzeit rund 1,1 Millionen Menschen an Demenz erkrankt - die meisten von ihnen leiden an Morbus Alzheimer. Bis zum Jahr 2030, so vorsichtige Schätzungen, soll die Zahl der Betroffenen auf rund 1,8 Millionen Menschen ansteigen. Da der Hausarzt seine Patienten meist über viele Jahre hinweg begleite, komme gerade ihm bei der Diagnose eine entscheidende Rolle zu, betonte Prehn, die selber als Hausärztin tätig ist und in dieser Funktion auch Heimbewohner versorgt. Defizite sieht Prehn vor allem im Bereich der Betreuungs- und Hilfsangebote für Betroffene und ihre Angehörigen. Hier bestehe Nachholbedarf.

Außerdem fehle es in vielen stationären Pflegeeinrichtungen an Personal, um dementiell erkrankten Bewohnern eine optimale Therapie und Betreuung anbieten zu können. Neben der ärztlichen Therapie gehörten Maßnahmen wie Musiktherapie, Bewegung, eine ausgewogene Ernährung ebenfalls zu einer optimalen Behandlung von Demenzkranken, betonte Prehn.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hatte zuletzt kritisiert, im Bereich der hausärztlichen Versorgung von Demenzkranken gäbe es noch Nachholbedarf. Hausärzte müssten so ausgebildet sein, dass sie eine Demenz frühzeitig erkennen und notwendige Therapieschritte rechtzeitig einleiten könnten.

Diesem Ziel dient unter anderem das Projekt "Leuchtturmprojekte Demenz", das vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) noch bis Ende dieses Jahres mit insgesamt 13 Millionen Euro gefördert wird. Wertvolle Tipps zum Umgang des Hausarztes mit Demenz liefert auch eine Leitlinie, die von der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) erstellt worden ist (wir berichteten).

www.degam-leitlinien.de

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt

Aufnahme ins Wählerverzeichnis zur Kammerversammlung: Nicht per Eilantrag

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sechs Monate längeres Gesamtüberleben

Daraxonrasib beim Pankreaskarzinom: Besser als die Chemotherapie?

Immuncheckpointhemmer plus Neoantigentherapie

mRNA-Impfung bei Melanomen: Vorboten eines neuen Standards?

Gefahren durch UV-Filter und Verpackung

Wie gesundheitsschädlich sind Kosmetika?

Lesetipps
Etwa jede zehnte Fledermaus in Deutschland könne mit dem Tollwut-Virus infiziert sein. Damit ist die gefahr der Übertragung zwar gering, jedoch nicht null. In die Hand nehmen sollte man sie deshalb nicht.

© Daria / Stock.adobe.com

Importhunde und Fledermäuse

Tollwut-Risiken in Deutschland – und wie sie sich vermeiden lassen

Füße mit Lymphödem

© [M]_Dr. P. Marazzi / Science Photo Library

Ödem ist nicht gleich Ödem

Lymphödem versus Lipödem: Tipps für Diagnostik und Therapie