Ärzte Zeitung, 17.06.2010

Ob Klinik oder Praxis - valide Daten in Sicht

Bundesausschuss stellt erste Vorhaben für die sektorübergreifende Qualitätssicherung vor

GÖTTINGEN (HL). Niedergelassene Ärzte und ihre Patienten werden auf mittlere Sicht verlässliche Daten auch darüber bekommen, wie gut die Qualität bei sektorübergreifender Behandlung durch verschiedene Leistungserbringer ist.

Bei einem Kongress des Göttinger AQUA-Instituts mit rund 800 Teilnehmern zur sektorübergreifenden Qualität wurden am Mittwoch erste Indikationen genannt: PTCA, Kataraktoperationen sowie die Behandlung von Patienten mit kolorektalem Karzinom. Nach Angaben von Dr. Rainer Hess, dem Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA), sollen ambulante Operationen und Nosokomialinfektionen folgen. Gegenwärtig arbeitet der GBA noch an einem Kriterienkatalog für die Auswahl relevanter sektorenübergreifender Behandlungsverläufe.

Das neue Qualitätsprojekt ist ein Auftrag des Gesetzgebers seit 2007 an den GBA. Er hat - nach zähem Ringen - dazu jüngst eine Richtlinie verabschiedet, die das Bundesgesundheitsministerium genehmigen muss. Mit der Entwicklung von Qualitätsindikatoren und -daten ist das Göttinger AQUA-Institut beauftragt.

Das Ziel ist, so BMG-Staatssekretär Stefan Kapferer, Qualitätswettbewerb der Leistungserbringer auf eine objektive Grundlage zu stellen. Die Aufgabe sei, auch für Patienten verständliche und nicht manipulierbare Qualitätsindikatoren zu erhalten.
Sie sollen, so AQUA-Chef Professor Joachim Szecsenyi, einerseits als individuelle Hilfestellung für Arzt und Patient dienen, andereseits aber auch auf der Systemebene als bessere Grundlage für Strukturentscheidungen herangezogen werden.

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