Ärzte Zeitung, 18.03.2011

Bitte impfen lassen! Werbeaktion im Nordosten

Immer weniger Jugendliche nehmen in Mecklenburg-Vorpommern an Vorsorgeuntersuchungen teil. Ein Pilotprojekt soll helfen, die Impfraten zu steigern.

Von Dirk Schnack

ROSTOCK. Mecklenburg-Vorpommern startet ein Pilotprojekt zur Steigerung der Impfraten. Angesprochen werden Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren. "Bei Jugendlichen ist die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen schlecht. Auch in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnen wir einen rapiden Rückgang", sagte Dr. Andreas Crusius.

Der Präsident der Landesärztekammer-Vorpommern stellte zusammen mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) und der KV Mecklenburg-Vorpommern ein zweiteiliges Pilotprojekt vor, um die Beteiligung in dieser Altersgruppe zu verbessern.

Derzeit verfügt nicht einmal jeder zweite Jugendliche im Land über einen altersgerechten Impfstatus, mit rückläufiger Tendenz. Die J1-Vorsorgeuntersuchung im Alter von zwölf bis14 Jahren wird von weniger als 40 Prozent der Jugendlichen in Anspruch genommen.

Für das Projekt werden alle Schüler der sechsten Klassen in Schwerin, Greifswald und Bad Doberan schriftlich an die J1-Vorsorgeuntersuchung und an die empfohlenen Impfungen erinnert. Um die Altersgruppe zielgruppengerecht ansprechen zu können, wurde zusammen mit dem Deutschen Grünen Kreuz ein entsprechender Flyer entwickelt.

Im zweiten Teil der Aktion werden in Rostock, Güstrow und Parchim Elternbriefe zur Erinnerung an die Haushalte aller Kinder verteilt, die aktuell ihren zwölften Geburtstag feiern. Mit den beiden Aktionen werden zusammen 3700 Kinder der relevanten Altersgruppe erreicht.

Ausgewertet werden beide Aktionen über die bei der KV abgerechneten J1 Untersuchungen im ersten Halbjahr 2011. "Das ermöglicht uns einen Vergleich, welche Aktion mehr Erfolg bringt", sagte Dr. Martina Littmann vom LAGuS.

Obwohl der Nordosten im bundesweiten Vergleich im Spitzenbereich liegt, machen sich die Verantwortlichen auch in Mecklenburg-Vorpommern zunehmend Sorgen um die Durchimpfungsrate.

Professor Christel Hülße vom Präventionsausschuss der Ärztekammer warnte davor, sich wegen guter Quoten bei Kleinkindern auf der sicheren Seite zu fühlen. "Wir sollen uns im guten Impfschutz der kleinen Kinder", stellte Hülße klar. Nach ihrer Ansicht fehlen der Bevölkerung prominente Vorbilder.

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