Ärzte Zeitung, 02.04.2011

Versorgungsgesetz stößt in Brandenburg auf Zustimmung

Versorgungsgesetz stößt in Brandenburg auf Zustimmung

POTSDAM (ami). Das geplante Versorgungsgesetz trifft auf große Zustimmung in der KV Brandenburg (KVBB). Das Papier, das Unionsgesundheitsexperte Jens Spahn vorgelegt habe, decke sich mit den Brandenburger Vorstellungen, sagte KVBB-Chef Dr. Hans-Joachim Helming vor der Vertreterversammlung.

Der Entwurf sei "in großen Teilen akzeptabel", so Helming. Mit Blick auf die strukturellen Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung sprach er von einem "bunten Blumenstrauß".

Beispielhaft erwähnte Helming, dass die Gründung von Eigeneinrichtungen der KVen und mobile Versorgungskonzepte erleichtert und die Residenzpflicht der Ärzte gelockert werden sollen.

Nicht ohne Stolz verwies der KV-Chef darauf, "dass das, was hier im Gesetz angelegt ist, in Brandenburg schon konkret ausgestaltete Vorläufer findet".

So gibt es in Helmings Heimatort Bad Belzig seit Kurzem eine KV-Eigeneinrichtung. Bereits länger schon kommt dorthin in regelmäßigen Abständen ein Nephrologe aus Potsdam zur Betreuung von Diabetikern im Rahmen eines Integrationsprojektes.

Kritisch bewertet der KV-Chef die Regelungen zur dritten Versorgungsebene, die als hochspezialisierte fachärztliche Versorgung zwischen ambulant und stationär angesiedelt und von der Bedarfsplanung ausgenommen sein soll.

Probleme sieht er vor allem wegen der unterschiedlichen Regelungen für Klinik und Praxis. Dort hält Helming Nachjustierungen für nötig. Konkret nannte er den Unterschied, dass die Länder für Kliniken Investitionsförderung zur Verfügung stellen, während niedergelassene Ärzte die volle Investitionslast allein tragen müssten.

Auch die Ungleichheit zwischen Genehmigungsvorbehalt (ambulant) und Verbotsvorbehalt (stationär) müsse aufgehoben werden.

Topics
Schlagworte
Politik & Gesellschaft (84367)
Organisationen
KV Brandenburg (563)
Personen
Jens Spahn (1319)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Die Mühen des Abspeckens lohnen sich!

Adipositas hat von allen bekannten Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes den stärksten negativen Effekt. Wer sehr viel abnimmt, kann es sogar schaffen, dass der Diabetes verschwindet. mehr »

Neuer Regress-Schutz für Vertragsärzte

Das Termineservice- und Versorgungsgesetz wird hart kritisiert, doch es hat auch gute Seiten: Denn es bringt Ärzten mehr Honorar für die Behandlung bestimmter Patienten – und mehr Schutz vor Regressen. mehr »

Wenn Comics die Op erklären

Alles andere als Kinderkram: Ärzte an der Charité setzen für eine Studie auf Patientencomics zur Aufklärung über die Herzkatheteruntersuchung. Und siehe da: Die Patienten können sich mehr Details merken. mehr »