Ärzte Zeitung, 27.04.2011

Jung, berufstätig - und häufig krank

HAMBURG (di). Mit dem Eintritt ins Berufsleben suchen junge Menschen deutlich häufiger Ärzte auf. Die Krankschreibung als Legitimation gegenüber dem Arbeitgeber ist nur ein Grund.

Im aktuellen Gesundheitsreport der DAK für Hamburg wird deutlich, dass junge Berufstätige (bis 29 Jahre) fast doppelt so häufig einen Arzt aufsuchen wie Alterskollegen, die noch nicht im Erwerbsleben stehen. Die erste Gruppe kommt auf 8,1 Behandlungsfälle im Jahr, die zweite nur auf 4,3. Die DAK nennt dafür zwei Gründe:

Berufstätige müssen sich für Fehlzeiten gegenüber ihrem Arbeitgeber legitimieren. "Nicht-Erwerbstätige warten zunächst ab, wie sich die Beschwerden entwickeln", heißt es im Report. Norddeutschlands DAK-Chefin Regina Schulz stellt sich deshalb die Frage, ob viele Arztbesuche vermeidbar sind.

Mit dem Start ins Berufsleben führen körperliche Anstrengungen, längere Arbeitszeiten, Termindruck oder langes Sitzen oder Stehen zu neuen Belastungen.

Hinter den Krankmeldungen stecken meist kurzfristige Erkrankungen wie Infektionen. Auffällig ist aber, dass schon 22 Prozent der jungen Erwerbstätigen wegen Rückenschmerzen behandelt wurden. In einer Befragung gab jeder Zweite in der Altersgruppe an, unter Muskelverspannungen im Rücken zu leiden.

Als besorgniserregend stuft die Kasse das Rausch- und Komatrinken unter jungen Arbeitnehmern in Hamburg ein. Jeder vierte junge Arbeitnehmer betrinkt sich mindestens einmal im Monat auf diese Weise. Jeder fünfte Befragte sieht seine berufliche Leistungsfähigkeit auch dann nicht beeinträchtigt, wenn er sich am Vorabend betrunken hat.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Vom Chefarzt zum Hausarzt-Assistenten

Selten dürfte es sein, wenn nicht einmalig: Dr. Roger Kuhn hat seinen Chefarztposten im Krankenhaus aufgegeben, um in einer Hausarztpraxis zu arbeiten – als Assistent. mehr »

Wenn die Depressions-App zweimal klingelt

Smartphone-Apps könnten helfen, eine beginnende Depression oder ein hohes Suizidrisiko aufzuspüren. Lernfähige Algorithmen könnten ein verändertes Nutzerverhalten erkennen – und notfalls Alarm schlagen. mehr »

Psychotherapeuten versus Regierung

Die Psychotherapeuten laufen Sturm gegen das Terminservice- und Versorgungsgesetz. Sie fordern gleiche Rechte für ihre Patienten. mehr »