Ärzte Zeitung, 19.09.2011

Kein Alkohol nach Sieg oder Niederlage

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Deutsche Olympische Sportbund starten eine Kampagne. Ihr Ziel: Verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol in den Sportvereinen.

Kein Alkohol nach Sieg oder Niederlage

KÖLN (tau). Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wollen Sportvereine motivieren, aktiv für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu werben.

Die beiden Organisationen arbeiten seit Jahren zusammen, um möglichst viele Jugendliche bei der Alkohol- und Tabakprävention zu erreichen.

Jugendschutzgesetz als Ampelposter

Bei der aktuellen Aktion bieten sie unter dem Motto "Alkoholfrei Sport genießen" allen Vereinen Unterstützung an.

Kern ist eine kostenlose Aktionsbox mit Angeboten wie einem Banner mit dem Aktionsmotto, T-Shirts, das Jugendschutzgesetz als Ampelposter für die Vereinsgaststätte oder eine Grundausstattung zum Cocktailmixen samt 20 Rezepten für alkoholfreie Cocktails. Außerdem können sich Vereine über ein Infotelefon Unterstützung holen.

Alkohol gehört oft zur Vereinskultur dazu

Dass Sport und Alkohol nicht zusammenpassen, ist bekannt. Dennoch gibt es Vereine, die einen problematischen Umgang mit Alkohol pflegen.

"Leider gehört Alkohol teilweise zur Vereinskultur dazu", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Dr. Thomas Bach.

An Jugendliche und Trainer gerichtet

"Trainingsleiter setzen auch nicht immer das richtige Zeichen." Deshalb richtet sich die Aktion sowohl an Jugendliche als auch an Übungs- und Trainingsleiter.

"Man kann auf sportliche Siege auch wunderbar mit einem alkoholfreien Getränk anstoßen", sagte er. Den Konsum alkoholfreier Getränke könnten Vereine etwa dadurch fördern, dass sie in der Vereinsgaststätte deutlich günstiger sind als alkoholische, sagte BZgA-Direktorin Professor Elisabeth Pott.

Aktion dauert ein ganzes Jahr

"Alkoholfrei Sport genießen" findet bereits zum dritten Mal statt. Allerdings war die Aktion bislang nur auf sehr wenige Tage beschränkt, diesmal dauert sie ein ganzes Jahr.

"Eine Woche war einfach zu punktuell", sagte Pott. "Bei Präventionsthemen muss man einen langen Atem haben."

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ob Land oder Kleinstadt – ohne Arzt läuft’s nicht

Menschen in ländlichen Regionen fühlen sich zunehmend abgehängt von guter medizinischer Versorgung, so eine aktuelle Umfrage. Eine Initiative der AOK will das nun ändern. mehr »

Keine Kündigung wegen Wiederheirat!

Der Fall zieht sich seit 10 Jahren durch die Gerichte: Einem Chefarzt an einem katholischen Krankenhaus war wegen Wiederheirat nach Scheidung gekündigt worden. Das BAG hat nun entschieden: Die Kündigung ist unwirksam. mehr »

Neue Migräne bei Älteren ist ein Warnsignal

Patienten, die erst nach dem 50. Lebensjahr eine Migräne mit Aura entwickeln, haben offenbar ein signifikant erhöhtes Schlaganfallrisiko. Ursache könnten (Mikro-)Embolien sein. mehr »