Ärzte Zeitung online, 21.12.2017

GBA-Entscheidung

DMP Asthma bronchiale auch für Kinder

Der Gemeinsame Bundesausschuss öffnet das Disease Management Programm für Kinder ab zwei Jahren.

BERLIN. Am DMP Asthma bronchiale können künftig auch Kinder unter fünf Jahren teilnehmen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss kürzlich entschieden.

Asthma bronchiale ist bei Kindern unter fünf Jahren die häufigste chronische Erkrankung. Für die kleinen Patienten wurden klinische Aufnahmekriterien festgelegt, "da die Durchführung einer Lungenfunktionsmessung zum Nachweis der reversiblen Atemwegsobstruktion in dieser Altersgruppe oft nicht möglich ist", begründet das unparteiische Mitglied des Gemeinsamen Bundeausschusses Dr. Regina Klakow-Franck die Entscheidung. Das DMP Asthma bronchiale wurde in folgenden Punkten ergänzt oder spezifiziert:

- Künftig können auch Kinder ab dem zweiten Lebensjahr im Disease Management Programm behandelt werden. Die Anforderungen an die Diagnostik, die differenzierte Therapieplanung und die medikamentöse Dauertherapie wurden um altergsruppenspezifische Regelungen ergänzt.

- Hinweise auf den Einfluss bestimmter Begleiterkrankungen wie Adipositas auf den Krankheitsverlauf und die Therapieplanung wurden aufgenommen.

- Bei Patienten, die dauerhaft mindestens fünf Arzneimittel einnehmen müssen, soll der behandelnde Arzt mindestens jährlich alle eingenommenen Arzneimittel erfassen und deren mögliche Wechsel- und Nebenwirkungen berücksichtigen.

- Patienten sollen über die negativen Folgen des Rauchens auf Symptomatik und Verlauf des Asthma bronchiale aufgeklärt werden. Die Betroffenen sollen Zugang zu strukturierten Tabakentwöhnungsprogrammen erhalten. Betreuungspersonen asthmakranker Kinder sind über die Risiken des Passivrauchens zu informieren.

Wird der Beschluss des GBA nicht vom Bundesgesundheitsministerium beanstandet, treten die neuen Anforderungen am ersten Tag des auf die Veröffentlichung im Bundesanzeiger folgenden Quartals in Kraft. Nicht jedoch vor dem 1. April 2018.

Im Jahr 2016 waren bundesweit etwa 6,8 Millionen Versicherte in eines der über 10 000 Disease Management Programme eingeschrieben. (chb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Sport nach Infarkt kann Leben retten

Wer nach einem Herzinfarkt sportlich aktiv wird oder bleibt, sorgt dafür, dass seine Überlebenschance sich deutlich erhöht, so eine Studie frisch von der EuroPrevent 2018. mehr »

TK-Versicherte erhalten E-Akte

Die Techniker Krankenkasse hat mit TK-Safe ihre bundesweite elektronische Gesundheitsakte vorgestellt. Patientenschützer und die Verbraucherzentralen pochen auf hohe einheitliche Standards. mehr »

Diese Keime machen Kliniken zu schaffen

Klinikpatienten haben einer Umfrage zufolge die größte Sorge, mit einem multiresistenten Keim infiziert zu werden. Häufig eine mediale Dramatisierung, findet ein Hygieneexperte. Einige Erreger bereiten aber Kopfzerbrechen. mehr »