Ärzte Zeitung, 03.09.2012

Hecken

"Frühe Nutzenbewertung funktioniert"

Heftig wurde das AMNOG gescholten: Innovationsbremse, Bürokratiemonster. Jetzt hat der GBA eine Zwischenbilanz gezogen - mit durchweg positivem Fazit.

Von Helmut Laschet

"Frühe Nutzenbewertung funktioniert"

GBA-Chef Hecken: Frühe Nutzenbewertung ist transparent und rechtssicher.

© Becker&Bredel / imago

BERLIN. 20 Monate nach Einführung der frühen Nutzenbewertung für Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen hat der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses, Josef Hecken, eine positive Bilanz gezogen.

Das Verfahren sei "transparent, rechtssicher und im Ablauf für alle Beteiligten berechenbar". Es gebe keine Notwendigkeit für Korrekturen am Rechtsrahmen.

Bislang sind nach Informationen des Bundesausschusses alle 25 Verfahren fristgerecht abgeschlossen worden. Bei knapp zwei Dritteln der bewerteten Wirkstoffe sei gemessen an der Standardversorgung ein Zusatznutzen ermittelt worden.

Bei 16 Prozent der Präparate sei sogar ein "beträchtlicher Zusatznutzen" zuerkannt worden.

Das entspreche im internationalen Vergleich auch den Ergebnissen von Arzneibewertungen in Frankreich, Großbritannien, Kanada und Australien.

Kein Arzneimittel erhielt die Bewertung "erheblicher Zusatznutzen", also die höchste Kategorie. Vier Wirkstoffe bekamen das Prädikat "beträchtlicher Zusatznutzen".

Laufender Erfahrungsaustausch

Bei drei Bewertungen war der Zusatznutzen nicht quantifizierbar, aber dennoch positiv. Bei drei Präparaten wurde kein relevanter Zusatznutzen festgestellt, davon wurden zwei Arzneimittel direkt einer Festbetragsgruppe zugeordnet.

In sechs Verfahren seien von den Unternehmen unvollständige Dossiers eingereicht worden, insbesondere mit Blick auf die zuvor bestimmte zweckmäßige Vergleichstherapie.

Mussten Hersteller bislang zwölf Monate auf den Neustart einer Bewertung warten, so können sie nach der AMG-Novelle vorübergehend sofort eine Neubewertung beantragen.

Kritik von Unternehmen seien aus deren Interessenlage zwar nachvollziehbar, so Hecken - aber der GBA teile sie nicht.

Es gebe einen laufenden Erfahrungsaustausch, die Beratung der Unternehmen werden inzwischen besser genutzt.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Europäische Impfwoche - Same procedure as last year!

Heute starten die Europäischen Impfwochen. Am Beispiel Masern werden beträchtliche Defizite in Deutschland deutlich - und dass es seit Jahren kaum Fortschritte gibt. mehr »

Blick ins Gehirn offenbart beste Therapie-Option

Einige Depressive sprechen besser auf Verhaltenstherapien an, andere auf Antidepressiva. Ein Blick ins Hirn per fMRT zeigt, welcher Ansatz den meisten Erfolg verspricht. mehr »

Milliarden für die Versicherten – Kassen bleiben skeptisch

Erster Aufschlag des neuen Gesundheitsministers: Jens Spahn will gesetzlich Versicherte per Gesetz entlasten. Aus Richtung Kassen und Opposition weht scharfer Gegenwind. mehr »