Ärzte Zeitung, 10.06.2014

Kommentar zu Generika

Market Building auf Rezept

Von Anno Fricke

Noch spielen die Nachahmerprodukte von in gentechnisch veränderten Organismen hergestellten Wirkstoffen, die Biosimilars, bei der Versorgung der Patienten keine herausragende Rolle. 2013 verordneten Ärzte für 66 Millionen Euro die biologischen Nachahmerpräparate. In den kommenden Jahren allerdings verlieren äußerst umsatzstarke biologische Originalpräparate den Patentschutz.

Die Kassen wünschen sich eine möglichst schnelle, breite Marktdurchdringung mit Biosimilars. Hier winken Einsparpotenziale von um die 30 Prozent gegenüber den heutigen Kosten.

Diese Potenziale sollten niemanden dazu verlocken, schnell ein paar Euro zu sparen, aber damit gleichzeitig die Entwicklungschancen der Biosimilars einzuschränken. Dies wäre der Fall, wenn es sofort nach Patentablauf zu Ausschreibungen für Rabattverträge käme.

Ärzte, Apotheker und Patienten müssen Vertrauen in die neuen Produkte gewinnen können. Hersteller brauchen Investitionsanreize. Quoten auf KV-Ebene könnten dabei helfen.

Letztendlich gilt aber: Beim Aufbau von Marktanteilen für diese Produkte spielen die Ärzte die entscheidende Rolle. Ihre Verordnung auf dem Rezeptblock beeinflusst das Market Building am meisten.

Lesen Sie dazu auch:
Generika: Verband setzt auf mehr Nachhaltigkeit

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