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Kommentar – Clinch um Verbandsmittel

Rückschrittlich gespart?

Anke ThomasVon Anke Thomas Veröffentlicht:

Es ist nicht das erste Mal, dass der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) gegen seine Rechtsaufsicht, das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vorgeht. Richtig durchschaubar ist die Sachlage in diesem Fall nicht; das Interessengemenge im Fall der Wundversorgung scheint extrem groß zu sein.

Der GBA will Einschränkungen bei der Wundversorgung, das BMG will das so nicht. So einfach das klingt, so schwierig stellt sich die Lage für Patienten, Angehörige, Pfleger und vor allen Dingen die Niedergelassenen dar. Pfleger und Ärzte wollen ihre Patienten gut versorgen.

Und wenn es Produkte gibt, die die Leiden zu lindern versprechen, die chronische Wunden verursachen, ist es gut, wenn eine GKV-Verordnung möglich ist. Auf der anderen Seite stehen die deutlich steigenden Kosten.

Wenn sich das BMG durchsetzt, werden Ärzte bei der Verordnung teurer Produkte wegen eventueller Regresse weiterhin aufpassen müssen, wobei der Anspruch: Beratung vor Regress erst einmal schützt. Setzt sich der GBA durch, sind Ärzte aus dem Schneider, ihnen würde aber ein Stück Therapiehoheit weggenommen.

Fraglich ist in diesem Fall dann auch, ob mit dem Verordnungsausschluss nicht rückschrittlich gespart wird. Hilfreich wäre es sicherlich, wenn zwischen Produkten (z. B. Honig, Silber) differenziert würde.

Lesen Sie dazu auch: GBA vs. BMG: Clinch um Verbandmittel

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Kommentare
Rudolf Egeler 05.09.201818:20 Uhr

"Moderne" Wundbehandlung

Herrn Kollegen Katz kann ich nur in allen Punkten zustimmen.Trotz knapp bemessener Zeit soll sich der behandelnde Arzt-besonders bei Heimen mit sogen. Wundmanagern-das Heft des Handelns einschl.Rezeptierens nicht aus der Hand nehmen lassen. Dass ein Hausarzt an der Versorgung von chronischen Wunden ver- dient, muss als böswillige Unterstellung angesehen werden. Ohne den Apotheken den Verdienst schmälern zu wollen, bitte immer auch an den Bezug über den Med. Bedarfshandel denken! Eine versierte MfA kann hier den Arzt sicher entlasten.

Ullrich Katz 04.08.201823:20 Uhr

Völlig überbordende Menge an Wundauflagen unnötig

Die Hersteller können im Wochenrhythmus eine Unmenge an dubiosen Wundauflagen auf den Markt bringen – alle möglichen angeblichen Vorteile reklamieren – ohne die Wirksamkeit je bewiesen zu haben.
Mehr als 30.000 sogenannte Wundexperten können im Schnellkurs an die Versorgung der Patienten gelassen werden. Wenige Wochen reichen hier für eine „Ausbildung“, die dann auch noch Tüv -zertifiziert ist.
Die meisten chronischen Wunden sind venös bedingt, bei fast 70 % unterbleibt der notwendige und wirksame Kompressionsverband! Dieser heilt derartige Wunden nahezu immer. Und nun ist das Geschrei groß, und der arme Patient muss angeblich leiden.Er leidet allerdings an der mangelnden Qualifizierung der Behandler, an der mangelhaften Kompression, und vor allen Dingen an dem Mischmasch von mehr als 5000 Wund- Auflagen.Hier muss sich schnellstens etwas ändern, dann hört das Leiden der Patienten sehr schnell auf.
Wundauflagen heilen generell keine Wunden – kompressionverbände allerdings schon. Diese haben eine hohe Evidenz, Wundauflagen überhaupt keine! Ich begrüße die Entscheidung, in der Menge der Wundauflagen und der Verordnungsfähigkeit gegen zu steuern!
Ich empfinde das haltlose Geschrei sogar als unverantwortlich und unwahr!
Wenn doch schon die ersten 20 Wund-Auflagen so wunderbar geholfen haben, warum dann noch 5000 dazu? Da stimmt doch was nicht!
Ullrich Katz
Ehemalige Chefarzt der Klinik am Ruhrpark
Wundklinik
Fachklinik für Venenerkrankung
Bochum
Leitender Arzt des Wundzentrums
Der AOK Nord Ost Berlin

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