Ärzte Zeitung, 17.06.2014
 

ASV

Thüringen sieht sich gerüstet

In Thüringen wird die Entwicklung der Ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung nüchtern beobachtet.

WEIMAR. Weder Anlass für Panik noch für Euphorie - so schätzt die KV Thüringen den Start der Ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) ein.

Ein Risiko für die niedergelassenen Ärzte ergebe sich allenfalls in den sehr eng umschriebenen und seltenen Krankheitsbildern, bei denen es durch die Öffnung für Krankenhäuser zu einer neuen Konkurrenzsituation kommen könne, sagte KV-Vize Thomas Schröter auf der jüngsten Vertreterversammlung.

Zugleich biete die ASV einigen niedergelassenen Fachärzten die Chance, in jenen Segmenten Vorteile der eigenen Praxis hervorzuheben und extrabudgetär abzurechnen.

"Wer entsprechend spezialisiert ist, für den kann das erheblich sein", so Schröter. Er rechnet damit, dass sich einige Fachärzte mit der Ausbreitung der ASV weiter spezialisieren werden.

In Summe betrachte die KVT den neuen Versorgungsbereich jedoch als kleinen Geschäftszweig, der zugleich mit einem "sehr umfangreichen, inadäquaten Verwaltungsaufwand verbunden ist", so Schröter weiter.

"Sehen Licht am Ende des Tunnels"

Mit Sorge beobachten die Vertragsärzte außerdem, dass die Krankenhäuser offenbar nicht denselben Qualitätsstandard ansetzen wollen wie sie selbst.

Jens Krannich, Orthopäde und VV-Mitglied, warnte: "Wir sollten sehr wachsam sein, dass Facharztstandard und Facharztstatus nicht vermengt werden. Es kann nicht sein, dass nur ab und an mal ein Facharzt vorbei kommt und drauf schaut. Facharztstandard reicht nicht."

Tatsächlich drohe hier bundesweit ein Flickenteppich, da die Frage landesintern geregelt wird, so Schröter. Gemeinsam mit den Kassen habe die KVT durchsetzen können, dass bei den Qualitätsanforderungen ambulant und stationär "gleichlange Spieße" gelten.

Thüringen sei für die ASV gut gerüstet und der Erweiterte Landesausschuss mit seinen 30 Mitgliedern arbeitsfähig. Mit dem Start der ersten onkologischen Indikation wird im Juli gerechnet.

Schröter weiter: "Die ASV kommt nur in kleinen Schritten voran, aber wir sehen Licht am Ende des Tunnels." (rbü)

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