Ärzte Zeitung, 25.07.2008

Ärzte klären Kinder über Alkoholmissbrauch auf

Präventionsaktion der Asklepios-Kliniken Hamburg

HAMBURG (di). Schulkinder lernen in den Hamburger Asklepios-Kliniken etwas über ihre Gesundheit. Aktuell erfahren sie, wie schädlich der Konsum von Alkohol sein kann.

Die Sechstklässler tragen "Rauschbrillen", die einen Alkoholgehalt von 1,3 Promille simulieren. Auf einem Bildschirm verfolgen sie die Ultraschalluntersuchung einer Leber. Die Schüler des Norderstedter Lessing-Gymnasiums sind zu Gast in der Asklepios-Klinik Barmbek, wo Chefarzt Dr. Siegbert Faiss und Oberarzt Dr. Niels Breese eine Präventionskampagne ihres Unternehmens in Hamburg eröffnen.

Rauschbrillen simulieren Auswirkungen des Alkohols.

Innerhalb der nächsten zwölf Monate will der Klinikkonzern allein in Hamburg 1000 Schüler erreichen, um ihnen die Folgen übermäßigen Alkoholkonsums zu verdeutlichen. Bundesweit werden sich mehrere Krankenhäuser dem Hamburger Vorbild anschließen. Das Unternehmen reagiert damit auf Meldungen über verstärkten Alkoholmissbrauch unter Kindern und Jugendlichen.

"Allein zwischen 2000 und 2005 hat sich die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die mit einer Alkoholvergiftung eingeliefert wurden, auf 20 000 verdoppelt", sagt Faiss. Zugleich beobachtet er ein sinkendes Einstiegsalter für den Konsum sowie eine frühere Abhängigkeit. Und: "Ärzte stellen bei 20-Jährigen bereits Folgeerkrankungen fest, die früher erst bei Patienten um die 30 auftraten", berichtet Faiss.

Asklepios spricht mit der Präventionskampagne Zehn- bis Zwölfjährige an. In dieser Altersgruppe sei die Wahrscheinlichkeit, langfristig für Gefahren und Risiken des Alkohols sensibilisiert zu werden, am höchsten. Der Einstieg in den Alkoholkonsum beginne meist bei 13- und 14-Jährigen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Warum ein Blinddarm auch nach der Op noch Ärger macht

Fälle wiederkehrender Appendizitis nach Appendektomie sind rar. Doch es sind offenbar sogar mehrere Rezidive möglich, wie ein Fall aus den USA zeigt. mehr »

Ein Plädoyer für mehr Medizinstudienplätze!

Medizinstudent Marcel Schwinger ist der Meinung, dass mehr Studienplätze in der Humanmedizin einen hohen Nutzen für die gesamte Gesellschaft haben – und rechnet vor, wie der Nutzen in Zahlen beziffert werden kann. mehr »

Neuer Malaria-Wirkstoff erfolgreich getestet

Eine neue Wirkstoffkombination hat in einer Studie Malaria-Patienten von ihrer Infektion geheilt. mehr »