Ärzte Zeitung, 16.09.2008

Hessens Kliniken ziehen positives Fazit der Protestwoche

WIESBADEN (ine). "Qualität statt Spardiät - gute Kliniken für Hessen": Das war das Motto der Proteste in der vergangenen Woche an hessischen Kliniken.

Für Mit-Organisator Holger Strehlau von der Hessischen Krankenhausgesellschaft (HKG) in Wiesbaden waren sie ein Erfolg: "Die Krankenhäuser haben gezeigt, dass sie für ihre Interessen und für eine gute Patientenversorgung kämpfen können und die Resonanz der Bürger war positiv."

Das Aktionsbündnis - dazu gehören Krankenhausträger, Fachverbände, Körperschaften und Gewerkschaften - hatte sich Mitte Juli gegründet. Die Bündnispartner fordern unter anderem die Abschaffung der gedeckelten Budgets.

Das Aktionsbündnis will sich zudem an der Großdemonstration in Berlin am 25. September beteiligen. Strehlau rechnet mit mehreren Tausend Teilnehmern allein aus Hessen. Der Druck müsse verstärkt werden, so der HKG-Chef, denn die Bundesregierung sei bisher nicht bereit, die Forderung nach einem vollständigen finanziellen Ausgleich für erheblich gestiegene Personal- und Sachkosten zu erfüllen. Damit drohe 2008/2009 in Hessen eine Finanzierungslücke von 450 Millionen Euro.

Das hessische Sozialministerium hat angekündigt, dass eine Arbeitsgruppe von HKG, kommunalen Spitzenverbänden, Krankenkassen- und Ärztevertretern sich mit der personellen Situation in der Pflege beschäftigen wird. Unter anderem soll untersucht werden, ob die von der Gewerkschaft Verdi geforderten Personalmindeststandards "geeignete Mittel zur Sicherung der Qualität in hessischen Kliniken" sein können.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »

Impfpflicht löst Masernproblem nicht

Eine Impfpflicht bei Masern würde ungeimpfte Erwachsene als Verursacher nicht erreichen und Skeptiker vor den Kopf stoßen. Ausbrüche sind nur mit mehr Engagement zu verhindern, so RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler. mehr »