Ärzte Zeitung, 26.06.2009

Kommentar

Unkonventionelle Strategien

Von Jürgen Stoschek

Der drohende Ärztemangel macht sich längst nicht mehr nur an den Rändern der Republik bemerkbar. Mittlerweile geht auch mitten in Bayern die Angst um, dass ganze Landstriche demnächst ohne einen Arzt dastehen werden. Vielleicht ein etwas überzeichnetes Bild. Tatsache ist aber, dass sich der ärztliche Nachwuchs - wenn überhaupt - lieber in Ballungszentren niederlässt. Wenn er nicht ohnehin ins Ausland abwandert.

Im Landkreis Donau-Ries haben sich vor kurzem die etwa 70 Haus- und Fachärzte, die sich zu einem Praxisnetz zusammengeschlossen haben, Gedanken gemacht, wie man jungen Ärzten die Provinz so schmackhaft machen kann, dass sie sich nach Abschluss ihrer Weiterbildung dort niederlassen. Natürlich spielt Geld dabei eine Rolle. Entscheidend ist aber, dass alle bereit sind, die jungen Kollegen mit Rat und Tat zu unterstützen. Sei es bei der Suche nach einer PJ-Stelle, sei es bei der Vermittlung einer Unterkunft.

Klar ist aber auch, dass die Politik und die Wirtschaft nicht abseits bleiben dürfen. Warum also nicht unkonventionelle Wege gehen? Auch der Landkreis oder Industrieunternehmen könnten sich finanziell daran beteiligen Schließlich ist die ärztliche Versorgung auch ein wichtiger Standortfaktor.

Lesen Sie dazu auch:
Ein Förderprogramm für den ärztlichen Nachwuchs

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