Ärzte Zeitung, 12.08.2009

Mamma-Screening: Gynäkologen sind erste Anlaufstelle

KÖLN (iss). Für Frauen, die zur Teilnahme am Mammografie-Screening eingeladen werden, spielt der niedergelassene Gynäkologe eine zentrale Rolle. Für fast 70 Prozent ist der Frauenarzt der erste Ansprechpartner bei diesem Thema, für 33 Prozent die wichtigste Informationsquelle.

Das zeigt eine Befragung der Direktkrankenkasse BIG direkt gesund in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe Pflege und Gesundheit. Für die Studie wurden 27 000 Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren angeschrieben und zu ihren Erfahrungen mit dem Screening befragt. Sie konnten mehr als 9200 Fragebögen in die Auswertung einbeziehen. Das war eine Rücklaufquote von 30 Prozent. "Das Ergebnis zeigt uns, wie wichtig das Thema für die Frauen ist", sagt BIG-Vorstand Frank Neumann.

Im Mittelpunkt der Umfrage stand die psychosoziale Begleitung der Frauen vor, während und nach der Mammografie. Dort spielen erwartungsgemäß Familie und Partner die zentrale Rolle. Sie begleiten 70 Prozent der Frauen rund um das Screening.

27 Prozent der Befragten suchen den Austausch mit Freunden über das Screening und 26 Prozent mit Frauen, die bereits an der Maßnahme teilgenommen haben. Auch hier ist der Gynäkologe mit 18 Prozent eine wichtige Anlaufstelle. In der Befragung gaben knapp 90 Prozent an, dass sie mit der Untersuchung zufrieden waren und auch in Zukunft wieder teilnehmen würden.

Auf Basis der Ergebnisse wollen die BIG und die Forschungsgruppe Angebote für eine verbesserte psychosoziale Begleitung der Frauen entwickeln. Sie prüfen den Einsatz von "Breast care nurses" als Ansprechpartnerinnen im Fall einer Verdachtsdiagnose.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Resolution gegen DSGVO-Verunsicherung und Abmahn-Angst

Nach einer ersten Abmahnwelle in Bremen wächst bei Ärzten die Verunsicherung wegen der Datenschutzgrundverordnung. 60 Verbände und die KBV haben darauf nun reagiert. mehr »

Der kleine Unterschied ist größer als gedacht

Krankheiten verlaufen bei Männern und Frauen unterschiedlich, das ist bekannt. Die Gendermedizin deckt immer mehr die geschlechtsspezifischen Besonderheiten auf. mehr »

Neue Leitlinie stärkt medikamentöse ADHS-Therapie

In den neuen S3-Leitlinien zu ADHS wird die medikamentöse Therapie bei mittelschweren Symptomen gestärkt. Experten betonen aber, dass die Arzneien nur ein Teil eines umfassenden Therapiekonzepts sein dürfen. mehr »