Ärzte Zeitung, 07.10.2009

Hessen will Rauchverbot wieder lockern

WIESBADEN (ine). Die CDU/ FDP-Koalition im hessischen Landtag will das Rauchverbot lockern. Ein Gesetzentwurf, den die beiden Fraktionen vergangene Woche vorgelegt haben, sieht vor, dass in Kneipen wieder geraucht werden kann, wenn diese nur Getränke und eine kleine Speisekarte anbieten. Vom Rauchverbot ausgenommen werden sollen auch Spielbanken, Festzelte und geschlossene Gesellschaften. Die neue Regelung soll am 1. März 2010 in Kraft treten.

Ein striktes Rauchverbot soll weiterhin im öffentlichem Raum gelten, also in Schulen, Behörden und Krankenhäusern. Für die SPD-Fraktion wird mit dieser Lockerung der Schutz von Beschäftigten in der Gastronomie vernachlässigt. Kellner und Bedienungen seien auch ohne Qualm schon belastet, so der SPD-Politiker Dr. Thomas Spies.

Gegen eine Ausbreitung des blauen Dunstes in Gastronomiebetrieben hatte sich Anfang des Jahres Ärztekammer-Chef Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach gewandt: "Passivrauchen ist potenziell tödlich, und zwar unabhängig davon, ob der Qualm zu Hause, am Arbeitsplatz oder in einem Lokal eingeatmet wird."

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[07.10.2009, 08:43:13]
Rolf Thomas 
Hessen will Rauchverbot wieder lockern? - tschüss Nichtraucherschutz!
Weshalb schreiben Sie denn nicht: "Hessen will den Nichtraucherschutz wieder aufweichen"? Das würde das Thema doch besser treffen! Ein Verbot zu lockern, klingt doch immer irgendwie nach positiver Botschaft. De facto wird aber durch die Neuregelung ein wünschenswerter Zustand, nämlich der Schutz der unfreiwilligen Passivraucher vor Tabakrauch, verschlechtert. Der Text Ihrer Überschrift könnte aus der Feder der Tabaklobby stammen und nicht aus einer Zeitschrift, die vorbeugenden Gesundheitsschutz für sich reklamieren sollte, oder? zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Warum bei Dicken das Hirn hungert

Das Gehirn von schlanken und fettleibigen Personen reagiert unterschiedlich auf Energiezufuhr, so eine Studie. Und: Es gibt dabei eine Parallele zwischen Übergewicht und Depression. mehr »

"Je härter der Knoten, desto höher die Krebs-Wahrscheinlichkeit"

Schilddrüsenknoten werden immer häufiger diagnostiziert. Warum das so ist, welche Untersuchungen zur Abklärung nötig sind und welche Methode immer bedeutender wird, erläutert der Endokrinologe Prof. Matthias Schott. mehr »

Wenn Leitlinien in die Irre führen

Zum Vorgehen bei Patienten mit Mikro- oder Makrohämaturie gibt es verschiedene Empfehlungen – das schafft Unsicherheit. Forscher haben festgestellt, dass Krebs oft unentdeckt bleibt, wenn Ärzte nationalen Leitlinien folgen. mehr »