Ärzte Zeitung, 20.10.2010

Burn-out: Ärzte fordern Kriseninterventionsteams an Kliniken

FÜRTH (sto). An den Krankenhäusern in Bayern sollten hauptamtliche Kriseninterventionsteams für Ärzte und Pflegende etabliert werden. Das hat der 69. Bayerische Ärztetag in Fürth in einer Entschließung gefordert.

Ärzte fordern Kriseninterventionsteams an Kliniken

Burn-out beim Klinikpersonal: In Bayern fordern die Ärzte Teams aus Psychologen, die schnell eingreifen können.

© PA / fotolia.com

Die Teams, die sich aus Psychologen und psychotraumatologisch geschulten Ärzten und Pflegekräften zusammensetzen sollten, sollen den Mitarbeitern zur Verfügung stehen, um möglichen Folgen seelisch belastender Situationen oder Einsätzen sowie einem Burn-out-Syndrom vorzubeugen, forderten die Delegierten.

Um das Ziel einer psychosozialen Betreuung des Personals in allen Kliniken zu erreichen, sollten zunächst mehrere Pilotprojekte gestartet werden, empfiehlt der Ärztetag.

Mit einer psychosozialen Intervention könne einem drohenden wirtschaftlichen Schaden entgegengewirkt werden, der durch Fluktuation, Burn-out, hohen Krankenstand und innere Kündigung verursacht wird.

Nach Angaben der Antragsteller sind etwa 20 Prozent der Klinikärzte vom Burn-out betroffen. Mehr als zehn Prozent der Ärzte seien substanzabhängig und die Suizidrate sei im Vergleich zur Normalbevölkerung sechsmal höher. In der Intensivpflege sei der Krankenstand besonders hoch.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Demenz oder Depressionen?

Benennen ältere Patienten von sich aus kognitive Defizite, sollten Ärzte hellhörig werden: Häufig liegt dann keine Demenz, sondern eine Depression vor. mehr »