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Ärzte Zeitung, 29.04.2011

Psychisch Kranke im Norden sollen zu Hause betreut werden

TK-Projekt in Hamburg will ärztliche Psychotherapeuten mit sozial- und gemeindepsychiatrischen Anbietern vernetzen.

HAMBURG (di). Das "Netzwerk psychische Gesundheit" soll nach Schleswig-Holstein auch die ambulante Betreuung in Hamburg stärken. Die Techniker Krankenkasse (TK) erhofft sich kürzere Verweildauern und weniger Wiederaufnahmen in den Kliniken.

"Zu Hause statt in der Klinik. Das ist ein wesentliches Merkmal unseres neuen Konzeptes, das die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Hamburg verbessern soll", sagte Hamburgs TK-Leiterin Angelika Schwabe bei der Vorstellung des für die Hansestadt neuen Angebotes.

Start ist zur Jahresmitte, die TK erwartet, dass sich im Laufe des ersten Jahres rund 900 Versicherte einschreiben werden. Das Netz ist offen für weitere Krankenkassen.

Im benachbarten Schleswig-Holstein läuft das Modell bereits in den Städten Kiel und Lübeck sowie im Kreis Plön. 157 Versicherte haben sich eingeschrieben, nach Auskunft der Managementorganisation abitato gibt es bei vielen weiteren Versicherten Interesse.

Nach der Einschreibung nehmen die Leistungsträger Kontakt zu den behandelnden Ärzten der Patienten auf. Den Fachärzten für Psychotherapie werden dann Verträge zur extrabudgetären Leistungserbringung angeboten. Bei rund zehn Ärzten liegen nach Auskunft von abitato unterschriftsreife Verträge vor.

Sie sollen im Netz mit sozial- und gemeindepsychiatrischen, ambulanten und stationären Anbieter kooperieren. Alle therapeutischen Elemente werden von einer zentralen Stelle koordiniert. Damit soll erreicht werden, dass die Patienten im gewohnten familiären, beruflichen und sozialen Umfeld bleiben können.

"Wir wollen eng mit niedergelassenen Ärzten zusammenarbeiten", betonte ein Mitarbeiter der Managementgesellschaft auf Anfrage der "Ärzte Zeitung". Er räumte aber ein, dass es auch kritische Stimmen von Seiten der Ärzte gibt. So hätten einige Ärzte Bedenken geäußert, den zusätzlichen Zeitaufwand bewältigen zu können.

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