Ärzte Zeitung, 19.05.2011

Mehr Ärzte zugelassen, weil Brandenburg schnell altert

Mehr Ärzte zugelassen, weil Brandenburg schnell altert

Auch 2011 will Brandenburg mit Fördergeldern von bis zu 50 000 Euro Ärzte in unterversorgte Regionen locken.

POTSDAM (ami). Mit Fördermitteln bis zu 50.000 Euro wirbt die KV Brandenburg (KVBB) für die Ansiedlung von Ärzten in unterversorgten Regionen.

"Wir sind froh, gemeinsam mit den Krankenkassen diese Förderung auch 2011 weiterzuführen, um junge Ärzte für eine Tätigkeit in den ländlichen Regionen unseres Landes zu gewinnen", sagte KVBB-Chef Dr. Hans-Joachim Helming im Anschluss an eine Sitzung des gemeinsamen Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen in Brandenburg.

Der Landesausschuss hat bei der Bewertung der Versorgungssituation erstmals die Altersstruktur der Bevölkerung besonders gewichtet. Die Einführung eines speziellen Demografiefaktors hatte laut KVBB unter anderem zur Folge, dass sich zehn Augenärzte und fünf Urologen zusätzlich niederlassen können.

Dies sei zwar noch kein Garant dafür, dass diese Ärzte auch nach Brandenburg kommen, aber "es besteht nunmehr zumindest die Möglichkeit", so Helming.

Die Niederlassungsförderung gibt es bereits seit vier Jahren. Seitdem flossen laut KVBB mehr als 650.000 Euro. Finanzielle Anreize allein reichen nach Helmings Ansicht jedoch nicht aus.

Es gehe auch darum, neue Versorgungsstrukturen zu entwickeln oder die Mengenbegrenzungen bei der Behandlung von Patienten in unterversorgten Regionen zu beseitigen, so der KVBB-Chef.

Die Förderung gibt es nur in den Regionen, für die der Landesausschuss Unterversorgung festgestellt hat. Das sind laut KVBB aktuell elf von 46 Planungsregionen Brandenburgs. Hausärzte fehlen in den Bereichen Guben, Schwedt/Oder, Bad Freienwalde, Finsterwalde, Forst, Jüterbog, Kyritz, Lauchhammer-Schwarzheide, Pritzwalk-Wittstock/Dosse und Spremberg.

In der Arztgruppe Frauenheilkunde ist der Bereich Lauchhammer-Schwarzheide, bei Augenärzten der Bereich Kyritz unterversorgt. Erstaunlicherweise fehlen in dem Flächenland mit schrumpfender und schnell alternder Bevölkerung auch Kinderärzte und zwar in den Bereichen Spremberg, Eisenhüttenstadt und Pritzwalk-Wittstock/Dosse.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alltags-Chemikalien schaden dem Sperma

In einer Studie an Spermien haben Forscher schädliche Effekte von Alltagschemikalien festgestellt. Problematisch: Die Einzelstoffe potenzieren ihre Wirkung gegenseitig. mehr »

Nervenärzte schlagen Alarm

Der Spitzenverband ZNS ist besorgt: Die Versorgung von Demenz-, Parkinson- und Schlaganfallpatienten gerate in Gefahr, warnen die Nervenärzte. mehr »

Das läuft falsch bei der Diabetes-Vorsorge

Viele Versuche, Diabetes und Adipositas vorzubeugen, sind zum Scheitern verurteilt: Gesundheitstage an Schulen und eine Zuckersteuer gehören dazu. Diabetes-Experte Prof. Stephan Martin würde die Ressourcen anders verteilen. mehr »