Ärzte Zeitung, 12.10.2011

"Physiotherapie kann Op-Zahlen nicht senken"

BERLIN (eb). Der Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) widerspricht der Barmer/Gmünder Ersatzkasse in ihrer Einschätzung, mehr Physiotherapie würde die hohen Arthrose-OP-Raten reduzieren.

Der Gelenkverschleiß an Knie und Hüfte lasse sich durch Physiotherapie nicht verhindern oder heilen. Deshalb stehe am Ende einer solch schmerzhaften Entwicklung oft die Operation durch den Orthopäden, erklärt Dr. Andreas Gassen, Vizepräsident des BVOU.

Die Barmer hatte die Summe von drei Milliarden Euro für Erstimplantationen von künstlichen Gelenken kritisiert.

Arthrose-Operationen sind Folge von falschem Verhalten

"Wir Orthopäden sind die falschen Adressaten dafür. Knie- und Hüftgelenksoperationen werden den Patienten nicht vom Arzt, sondern vom Schmerz "verordnet", führt Gassen aus.

Notwendige Arthrose-Operationen seien zum einen Folge von falschem Verhalten - wenig Bewegung und Übergewicht -, aber auch der höheren Lebenserwartung.

Diese führt zum altersbedingten Verschleiß. Dazu komme, dass Patienten Einschränkungen ihrer Lebensqualität nicht tolerierten.

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[14.10.2011, 22:40:17]
Sabine Baumgart 
Erzeugt der Artikel wirklich einen Verordnungsunwilligkeit?
Es wäre schade, wenn dies der Fall wäre. Ist doch objektiv betrachtet wirklich etwas an der Aussage von Herrn Prof. Gläske dran. Würde die Physiotherapie schneller, auch im Sinne von präventiven Maßnahmen- Arthrose ist die Folge von falschen Verhalten, effektiver eingesetzt werden, so könnten wohlmöglich wirklich viele OP's entfallen oder aber weit nach hinten verschoben werden.
Die Schlussfolgerungen, dass Patienten Schmerzen haben und die Ärzte unter Druck stellen, weil sie die Einschränkungen in ihrem Lebensbereich nicht hinnehmen wollen, und dies zur Indikation einer OP führt - lehne ich ab. Hier wird es sich selbst und dem Patienten zu leicht gemacht. Lernt der Patient vor der OP nichts dazu, wird auch eine endoprothetische Versorgung nur für kurze Zeit Besserung bringen. Arthrose Operationen sind kein Mittel gegen falsches Verhalten, sondern würde die Passivität des Patienten nur noch unterstützen.

Sabine Baumgart Bc., M.Sc.Phys.  zum Beitrag »
[13.10.2011, 08:51:35]
Norbert Meyer 
Auswirkungen
Die Auslegungen des Heilmittelkatalogs der GKV im (Regelfall) plus Indikationsschlüsseldilema und der Regressdruck auf die Ärzte erzeugt eine Verordnungsunwilligkeit zu Lasten einer ordentlichen funktionell kraftmässigen angewandten Krankengymnastik , desweiteren alternativ Methode die "Ausweichvariante" REHA bringt nach meiner Erfahrung sehr wenig, hier greifen andere Faktoren als Hindernis und das Ganze ist nur im Zusammenhang zu werten!
Mit Privatpatienten funktioniert es doch ! zum Beitrag »

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