Ärzte Zeitung, 17.10.2011

Medi provoziert mit U-Bahn-Slogans

Im Kampf gegen die ungeliebten Richtgrößen geht der Medi Verbund Berlin in den Untergrund. Der Ärzteverbund schaltet Anzeigen auf Berliner U-Bahn-Monitoren - mit provokanten Äußerungen.

Medi provoziert mit U-Bahn-Slogans

Eine U-Bahn fährt bei der Station Alexanderplatz ein. Die Berliner Fahrgäste können in dieser Woche in den Stoßzeiten einen Medi-Spot auf den Monitoren sehen.

© dpa

BERLIN (ami). "Für die Banken ist Geld da. Für Ihre Gesundheit nicht." Mit diesem provokanten Slogan macht der Medi Verbund Berlin in dieser Woche im U-Bahn-Fernsehen der Hauptstadt auf die Richtgrößen-Problematik aufmerksam.

Der Spot spitzt das Thema im Stil einer großen Boulevard-Zeitung zu. Er läuft zu den Stoßzeiten auf den Monitoren in der Berliner U-Bahn und soll die Sitzungswoche im Bundestag begleiten.

Medi: Richtgrößen sollen komplett entfallen

Dort steht das Versorgungsstrukturgesetz nochmals auf der Tagesordnung des Gesundheitsausschusses.

"Wir hoffen, dass im Versorgungsstrukturgesetz der Paragraf 106 SGB V so geändert wird, dass die Richtgrößen komplett entfallen", sagte der Chef von Medi Berlin Dr. Matthias Lohaus der "Ärzte Zeitung".

"Es ist eine absurde Situation"

Der Protest gegen Richtgrößen hat in Berlin bereits im Sommer begonnen. Seitdem sind neue Arzneimittel-Richtgrößen in Kraft, die auf dem Verordnungsdurchschnitt der Fachgruppe basieren.

"Es ist eine absurde Situation, dass ein Arzt bei korrekter und wirtschaftlicher Verordnungsweise bestraft wird, nur weil er einem statistischen Durchschnitt nicht gerecht wird", sagte Lohaus.

Weitere Protestaktionen im November

In dem aktuellen U-Bahn-Spot verweist Medi Berlin auch auf eine Homepage zum Thema (www.richtgroesse.de). Weitere Protestaktionen kündigt der Verband für die erste Novemberwoche an.

Die Forderung nach einer Abschaffung der Richtgrößen im Zuge des Versorgungsstrukturgesetzes bringt nicht nur der Medi Verbund Berlin vor.

Auch verschiedene Berufsverbände, KVen und die KBV haben sich wiederholt für andere Instrumente zur Kontrolle der Wirtschaftlichkeit von Arzneiverordnungen ausgesprochen.

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