Ärzte Zeitung, 21.11.2011

Dauerstreit um Bereitschaftsdienst

MAINZ (chb). Angesichts eines für 2012 erwarteten Fehlbetrags von 559.000 Euro im Bereitschaftsdiensthaushalt der KV Rheinland-Pfalz ist die Diskussion um die Zentralisierung des Dienstes erneut aufgeflammt.

Nach Auffassung von KV-Chefin Dr. Sigrid Ultes-Kaiser geht an der zentralen Organisation der Bereitschaftsdienste durch die KV aber kein Weg vorbei.

"Zurück zu den früheren inhomogenen Strukturen würde bedeuten: Zurück ins Mittelalter. Dann werden wieder viele Ärzte andauernd Hintergrunddienst haben, wollen sie das den Kollegen wirklich zumuten?", hielt sie den Kritikern der KV-Bereitschaftsdienstzentralen bei der Vertreterversammlung entgegen.

Ultes-Kaiser sieht die Sicherstellung gefährdet, wenn die KV den Bereitschaftsdienst nicht zentral organisiert.

Der erwartete Fehlbetrag sei nicht auf unwirtschaftliches Verhalten zurückzuführen, sondern auf sinkende Fallzahlen. Die entstehen offenbar auch, weil sich viele Patienten direkt an die Notfallambulanzen der Krankenhäuser wenden.

Die Ausgaben sind laut Haushaltsplan sogar um 1,25 Millionen Euro zurückgegangen. Die Diskussion um die Neuorganisation des Bereitschaftsdienstes, die Ende 2013 abgeschlossen sein soll, war in den vergangenen zwei Jahren oft sehr emotional geführt worden.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

„Mütter sind die zentralen Ansprechpartner“

In dieser Woche werben Urologen für die HPV-Impfung. Vor allem bei Jungen besteht Nachholbedarf. Wie können sie für eine Impfung gewonnen werden? mehr »

Mama leckt den Schnuller ab – kein Tabu

Botschaft einer neuen US-Studie: Das Ablutschen kann Vorteile fürs Immunsystem der Kinder haben. mehr »

Cannabis-Prohibition kostet Staat Milliarden

Über Pro und Contra der Cannabisfreigabe lässt sich lange streiten. Bei ökonomisch nüchternem Kalkül wäre die Sache jedenfalls von Vorteil. mehr »