Ärzte Zeitung, 04.01.2013

Brandenburg

Notdienstpraxen im Trend

Das Modell der Bereitschaftsdienstpraxis an der Klinik macht in Brandenburg Schule. In Cottbus ist jetzt die zweite KV-RegioMed an den Start gegangen.

Von Angela Misslbeck

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Ärztlicher Notdienst - in Brandenburg mausern sich die Praxen an den Kliniken.

© theissen / imago

POTSDAM/COTTBUS. Die zweite KV-RegioMed Bereitschaftsdienstpraxis in Brandenburg ist direkt neben der Rettungsstelle des Carl-Thiem Klinikum Cottbus (CTK) angesiedelt. Sie hat am Wochenende von 8 bis 18 Uhr, mittwochs und freitags von 13 bis 20 Uhr und an den übrigen Wochentagen von 18 bis 20 Uhr geöffnet.

Damit folgt die Cottbuser Bereitschaftsdienstpraxis im Großen und Ganzen dem Vorgänger am Potsdamer Sankt Josef Krankenhaus. Das Pilotmodell besteht seit Jahresbeginn und findet wachsende Akzeptanz bei Patienten und Ärzten.

Brandenburgs Gesundheitsministerin Anita Tack begrüßte die Eröffnung der zweiten Einrichtung. "Das ist ein richtiger Schritt", so Tack. Eine stärkere Vernetzung von ambulanter und stationärer Versorgung sei zur flächendeckenden Sicherung der Versorgung unabdingbar.

"Eine Bereitschaftsdienstpraxis gleich neben der Rettungsstelle eines Krankenhauses wird wie die Telemedizin, die arztentlastende Gemeindeschwester Agnes zwei oder der Patientenbus künftig die Versorgungsstruktur in Brandenburg verbessern", zeigte sich Tack überzeugt.

Wie Agnes zwei und der Patientenbus sind auch die Bereitschaftsdienstpraxen KV-RegioMed-Projekte der Arbeitsgemeinschaft IGiB (Innovative Gesundheitsversorgung in Brandenburg) von AOK Nordost, Barmer GEK und Kassenärztlicher Vereinigung Brandenburg (KVBB).

In Cottbus kooperiert die IGiB mit dem größten Brandenburger Krankenhaus CTK. Die Geschäftsführerin, Heidrun Grünwald, betrachtet die Zusammenarbeit als Schritt "zur Zusammenarbeit von niedergelassenen und Krankenhausärzten, dem weitere folgen sollten".

Zudem erwartet sie, dass die Bereitschaftspraxis dazu beiträgt, die zentrale Notaufnahme zu entlasten, damit die sich besser auf die Versorgung von Schwerstkranken und Unfallopfern konzentrieren könne.

Das Projekt ist zunächst auf sechs Monate angelegt. Angestrebt ist, dass auch der kinderärztliche Bereitschaftsdienst einbezogen wird. Das bewertet die AOK Nordost besonders positiv.

"Gerade junge Eltern benötigen auch in den Abendstunden eine Anlaufstelle, wenn ihr Kind gesundheitliche Probleme hat", so der Versorgungsstratege der AOK Nordost, Christian Traupe.

Die Idee einer Bereitschaftsdienstpraxis am Krankenhaus sei für die Kasse auch unter dem Aspekt der Vermeidung unnötiger Krankenhausbehandlungen interessant.

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