Ärzte Zeitung, 11.01.2013
 

Kommentar zum Brandenburger Krankenhausplan

Geriatrie statt Kreißsaal

Von Angela Misslbeck

Krankenhausplanung ist kein reiner Verwaltungsakt, sondern eine politische Gestaltungsaufgabe. Das zeigt sich derzeit in Brandenburg. Dort hat das Landesgesundheitsministerium den Rahmen für die Weiterentwicklung der Kliniken ab 2014 abgesteckt.

Dabei werden zwei Dinge deutlich: Zum einen weist der Weg in Richtung sektorenübergreifende Versorgung. Mit dem groß angelegten Ausbau von Tagesklinik-Angeboten drückt die linke Gesundheitsministerin Anita Tack der Kliniklandschaft ihren politischen Stempel auf.

Zum zweiten sollen sich die Krankenhäuser in Brandenburg künftig durch neue inhaltliche Schwerpunkte besser auf die gealterte Bevölkerung einstellen. Dazu setzt Tack auf die Verlagerung von Betten in die Geriatrie, Innere Medizin und Neurologie. Diese Betten kommen aus anderen Abteilungen, vor allem aus der Geburtshilfe und Kinderheilkunde.

Genau das ist der Knackpunkt. Auch in diesen Disziplinen muss stationäre Versorgung flächendeckend gewährleistet sein. In immer kleineren Abteilungen kann das nur unter erschwerten wirtschaftlichen Bedingungen gelingen.

Bleibt zu hoffen, dass die märkischen Kliniken diese Leistung stemmen, damit Geburten in Brandenburg nicht zum Risiko werden, weil der nächste Kreißsaal zu weit ist.

Lesen Sie dazu auch:
Brandenburg: Krankenhausplan sieht Umschichtungen vor

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »