Ärzte Zeitung, 19.10.2015

E-Health

Abgeordnete rügt "Blockade" der KV Hessen

Das E-Health-Gesetz bekommt aus Hessen kräftig Gegenwind - was Dr. Katja Leiker (CDU) nicht gefällt.

NEU-ISENBURG. Die Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert zeigt sich "enttäuscht" über das Votum der Vertreterversammlung der KV Hessen, sich dem E-Health-Gesetz vorgesehenen Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) zu verweigern.

Das teilt die Berichterstatterin der Unionsfraktion für Telematik in einer Stellungnahme mit, in der sie sich auf einen Bericht der "Ärzte Zeitung" bezieht.

"Das Stammdatenmanagement ist eine der zentralen Anwendungen, um die längst überfällige Digitalisierung des Gesundheitswesens voran zu bringen", betont Leikert. "Obwohl die Notwendigkeit der Digitalisierung den Akteuren im Gesundheitswesen schon seit vielen Jahren bekannt ist, wird sie von einzelnen Akteuren mit immer neuen Argumenten blockiert und verlangsamt - zum Nachteil der Versicherten."

Ihre Rüge adressiert sie wohl auch an den hessischen KV-Chef Frank Dastych, der anlässlich des 2. Hessischen E-Health-Tages in Darmstadt Kritik am Gesetzentwurf äußerte.

Aus Sicht der hessischen Bundestagsabgeordneten ist die Digitalisierung jedoch nicht länger aufzuhalten. Die Einführung des VSDM sei ein erster Schritt. Weitere Maßnahmen wie der elektronische Medikationsplan oder die Notfalldaten auf der eGK seien ebenfalls vorgesehen.

"Doch dabei wird es zukünftig nicht bleiben", ist sich Leikert sicher. "Es wäre insofern wünschenswert, wenn sich alle Beteiligten konstruktiv an dem Prozess beteiligen würden, der nicht mehr umkehrbar ist." (jk)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Diabetikern wird der HbA1c-Wert nicht oft genug kontrolliert

Eigentlich sollten Ärzte mindestens zweimal im Jahr den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetikern bestimmen. Bei jedem vierten Patienten messen sie ihn aber nur einmal oder gar nicht. mehr »

SPD will "Ende der Zwei-Klassen-Medizin"

Nach dem knappen Abstimmungsergebnis pro GroKo-Verhandlung geht es nun darum, die auf dem SPD-Sonderparteitag angesprochenen "Nachbesserungen" in den Koalitionsvertrag reinzuverhandeln. Die KBV reagiert skeptisch. mehr »

Beunruhigend hohe Zahlen in der Altenpflege

Altenpflegekräfte fehlen fast doppelt so oft wegen psychischer Erkrankungen wie andere Beschäftigte, heißt es im länderübergreifenden Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg. mehr »