Ärzte Zeitung online, 29.10.2015

Warten auf Therapieplatz

Linke fragt nach Folgen

BERLIN. Nach den Folgen von Wartezeiten auf einen Termin beim Psychiater, Neurologen oder Psychotherapeuten hat die Linken-Abgeordnete Birgit Wöllert bei der Bundesregierung angefragt: Sie wollte wissen, in wie vielen Fällen wartende, psychisch kranke Menschen Körperverletzungen im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen haben.

BMG-Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz teilt mit, ihr lägen keine Zahlen vor, in denen "ein kausaler oder belegter Zusammenhang zwischen (...) Körperverletzung (...) und Wartezeiten auf einen Behandlungstermin besteht". Handlungsbedarf der Regierung sieht sie nicht und verweist auf den Sicherstellungsauftrag der KVen und die geplanten Terminservicestellen. (fst)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[02.11.2015, 11:35:49]
Tim Konhäuser 
Die Frage nach etwaigen Körperverletzungen greift hier zu kurz
Schön, dass endlich ein Politiker versucht sich auszumalen welche Folgen eine nicht stattfindende Begleitung/Versorgung psychisch kranker Menschen hat. Leider greift Frau Birgit Wöllert hier aber zu kurz, nicht nur Körperverletzungen sondern auch protrahierte Verläufe bis hin zu Chronifizierungen sind im Gespräch durch fehlende ambulante Begleitungs-/Versorgungsstrukturen. Anscheinend gibt es auch nut die Möglichkeit der ambulanten Psychotherapie, auf andere ambulante Versorgungsstrukturen wird immer noch viel zu wenig gesetzt. Auch die ambulante psychiatrische Pflege, die Ergotherapie und weitere Angebote könnten bei einem entsprechenden Angebot durchaus eine aktive Unterstützung anbieten und den Klienten nicht nach einer (teil-)stationären Behandlung ins "Nichts" fallen zu lassen. Zudem lassen sich auch Patienten die (noch) keine stationären Aufenthalte benötigen aktiv in die sozialpsychiatrische Verosrgungsstruktur einbinden.
Mit freundlichen Grüßen,

Tim Konhäuser zum Beitrag »
[29.10.2015, 22:41:45]
Dipl.-Psych. Antje Kräuter 
Mütterlichkeit in der frühen Kindheit gegen Depression im Leben
Alle wundern sich über den hohen Anstieg der Prävalenz von Depression. Wenn nun schon 80 Jahre lang gepredigt wurde, Kleinstkinder nicht zu verwöhnen, sie gezielt auch schreien zu lassen und sie schon unter drei Jahren zur angeblichen Selbstständigkeit zu erziehen, sie zu trennen im zartesten Alter von der primären Bindungsperson, dann ist das nicht artgerecht. Kinder leiden oft unbemerkt, haben inneren Stress mit den ungünstigen Stresshormonen und mangelndem Oxytocin.
Wer weiß z.B. heute noch, dass Menschen bis ins 18. Jahrhundert Hundert Tausende Jahre lang über 3 Jahre lang gestillt wurden zum Entspannen, wegen betimmter Nährstoffzufuhr und zum Immunschutz? Und welcher Arzt macht seine Patienten-Mütter drauf aufmerksam, dass die WHO seit Jahrzehnten ihre Mitgliedsländer aufruft, dass jedes Kind neben ausreichender Ernähung bis zu zwei Jahren und darüber hinaus gestillt werden soll? Diese Nähe bedeutet aus den verschiedensten Gründen Primärprävention! Für die Psyche und den Körper. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

„Das ist keine Propagandaschlacht der KBV“

Einiges im geplanten TSVG stößt Ärzten sauer auf. Im Interview erläutern die drei KBV-Vorstände, warum sie denken, dass sich Änderungen noch durchsetzen lassen. mehr »

Spahn will bessere Hilfsmittel-Versorgung

Bundesgesundheitsminister Spahn setzt sich für Qualitätsstandards bei Hilfsmitteln ein. Dafür will er am TSVG schrauben. mehr »

Marburger Bund fordert deutliche Arbeitsentlastung

Im Vorfeld der Tarifverhandlungen für die Ärzte an kommunalen Krankenhäusern hat der Marburger Bund seinen Forderungskatalog vorgestellt. mehr »