Ärzte Zeitung, 23.02.2016

Schleswig-Holstein

Kampagne soll Ärzte an die Urnen locken

Wider die Wahlmüdigkeit: Die KV im Norden will Ärzte zum Wählen und Mitmachen animieren.

BAD SEGEBERG. Ein halbes Jahr vor der Wahl zur Abgeordnetenversammlung der KV Schleswig-Holstein startet die KVSH eine Kampagne, mit der Ärzte für ein Engagement als Kandidat und zur Stimmenabgabe motiviert werden sollen. Unter dem Motto "Mitstimmen statt mitschwimmen" informiert die Körperschaft auf einer eigenen Website (www.av-wahl.de) über die wichtigsten Informationen rund um die Wahl.

Zum Start werden der Ablauf der Wahl und die Vorteile, die sich durch ein aktivesMitwirken in der Selbstverwaltung ergeben können, geschildert. Sobald die Kandidaten für die Abgeordnetenversammlung feststehen, werden sie den Wählern auf der Website vorgestellt. Außer über die Website wird die KV auch in ihrem Mitgliedermagazin und mit Werbemitteln auf die Wahl aufmerksam machen.

Dr. Christian Sellschopp, Vorsitzender der Abgeordnetenversammlung, setzt auf einen Erfolg der Kampagne. Selbstverwaltung bezeichnet er als Privileg und als Gegenmodell zur Staatsmedizin. "Sie bedeutet Mitbestimmung und Transparenz und bindet die Sachkompetenz der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten ein", nennt Sellschopp die aus seiner Sicht wichtigsten Vorteile der ärztlichen Selbstverwaltung.

Zugleich verweist er darauf, dass die Körperschaft auf das ehrenamtliche Engagement seiner Mitglieder angewiesen ist. Dieses Engagement, so Sellschopp, verleihe der KVSH besondere Legitimität - auch im Auftreten gegenüber Krankenkassen, Politik und Öffentlichkeit. Und es ermögliche Entscheidungen, die nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg getroffen werden, sondern von und mit ihnen.

Die KVSH hat wie berichtet bereits bei ihren Bemühungen um Niederlassungen von Landärzten positive Erfahrungen mit Kampagnen gesammelt. Nun droht die Wahlmüdigkeit vieler Ärzte, die von Sellschopp angesprochene Legitimität der Selbstverwaltung zu untergraben. An der KV-Wahl 2010 beteiligten sich im Norden noch 62 Prozent, dies waren zehn Prozentpunkte weniger als bei der Wahl zuvor.

In den vergangenen Jahren litten viele Wahlen zur ärztlichen Selbstverwaltung - nicht nur im KV-Bereich - unter schwachen und rückläufigen Wahlbeteiligungen. Dass diese Entwicklung unterbrochen wird, hoffen auch die hauptamtlichen KV-Vorstände Dr. Monika Schliffke und Dr.Ralph Ennenbach. Sie verweisen in diesem Zusammenhang auf die Auswirkungen auf ihre Arbeit: "Nur mit einem starken Ärzte- und Psychotherapeutenparlament im Rücken können wir die Interessen der KVSH wirkungsvoll nach außen vertreten." (di)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Privileg Selbstverwaltung

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