Kommentar zu KV-Wahlen in Schleswig-Holstein

Privileg Selbstverwaltung

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:

Mit den Wahlen zu den Selbstverwaltungsgremien der Ärzte ist es wie in der Politik: Die Wahlbeteiligung sinkt. Immer weniger Menschen wollen mitbestimmen oder sich gar selbst engagieren. Mit niedriger Wahlbeteiligung aber droht ein Legitimitätsverlust ausgerechnet derjenigen, von denen sich die Ärzte eine Durchsetzung ihrer Interessen versprechen. Jeder Arzt, der seine Stimme bei der Wahl nicht abgibt, bekundet damit Desinteresse an einem System, das seine Existenz sichern hilft.

Unzufriedenheit mit den Rahmenbedingungen kann aber auch anders als durch Verweigerung ausgedrückt werden: durch Engagement in der Selbstverwaltung. Wer den Versuch unternehmen will, etwas zu verändernund zu verbessern, hat dazu jede Menge Chancen. Als Mitglied in Kommissionen, in Ausschüssen oder als Abgeordneter in den Vertreterversammlungen. Damit es nicht länger als schick gilt, keine Zeit für die eigene Selbstverwaltung und damit für die eigenen Interessen zu haben, hat die KV im Norden eine Kampagne gestartet, die überfällig war.

Denn Ärzte, denen selbst das Kreuz bei einer Briefwahl schon zu mühsam ist, brauchen dringend Nachhilfeunterricht über die Funktionsweise der Standespolitik. Selbstverwaltung ist kein Klotz am Bein der Ärzte, sondern ein Privileg, das sie nicht leichtfertig aufs Spiel setzen sollten.

Lesen Sie dazu auch: Schleswig-Holstein: Kampagne soll Ärzte an die Urnen locken

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