Ärzte Zeitung, 25.07.2016
 

Berufsverbände

Allianz zur psychischen Versorgung

Berufsverbände wollen sich gemeinsam für strukturiertere Versorgung ihrer Patienten einsetzen.

KÖLN. Ärzte und Psychotherapeuten wollen für eine bessere Versorgung von Menschen mit neurologischen und psychischen Erkrankungen stärker an einem Strang ziehen. Die den Spitzenverband ZNS tragenden Berufsverbände haben mit weiteren Verbänden wie der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung und dem Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten die "Allianz zur psychischen Versorgung" ins Leben gerufen.

Dabei handelt es sich um einen informellen Zusammenschluss, erläutert Dr. Frank Bergmann, Vorsitzender des Spitzenverbands ZNS, in dem die Berufsverbände der Nervenärzte, der Neurologen, der Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, der Kinder- und Jugendpsychiater sowie der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie kooperieren.

 "Unser gemeinsames Ziel ist es, die strukturierte Versorgung von Patienten mit neurologischen und psychischen Erkrankungen in der Regelversorgung zu verankern", sagt Bergmann der "Ärzte Zeitung". Nur punktuelle Initiativen durch Verträge zur integrierten Versorgung reichten nicht aus.

Bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein gebe es zwischen Ärzten und Psychotherapeuten bei der Entwicklung innovativer Versorgungskonzepte eine hervorragende Zusammenarbeit, berichtet Bergmann.

"Deshalb haben wir beschlossen, eine gemeinsame Plattform zu schaffen." Die "Allianz zur psychischen Versorgung" steht weiteren Verbänden, Institutionen und Fachorganisationen offen, die an der Schaffung tragfähiger und zukunftsorientierter Versorgungsmodelle und -verträge interessiert sind.

Die Mitstreiter wollen bei der KBV und den KVen für eine wirksame Vertretung ihrer Anliegen sorgen. Das wesentliche Ziel liegt aber auf der politischen Ebene. "Der Gesetzgeber soll der Selbstverwaltung den Auftrag geben, in allen Bereichen der ZNS-Erkrankungen Konzepte zu entwickeln", sagt er.

Es gehe darum, für die Implementierung einer multidisziplinären, multimodalen, fach- und sektorübergreifenden Versorgung nicht nur die Verbände und die Kassenärztlichen Vereinigungen in die Pflicht zu nehmen, sondern auch die Krankenkassen.

"Wir brauchen politischen Rückenwind", betont der Vorsitzende des ZNS-Verbands. Mit Staatssekretär Karl-Josef Laumann, dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung, habe die Allianz bereits einen Unterstützer gefunden. "Unter der Moderation von Herrn Laumann wollen wir gemeinsam mit der KBV, den KVen, den Kammern und den Verbänden einfordern, dass die Politik diese Klientel und diesen Versorgungsbereich stärker in den Blick nimmt", kündigt Bergmann an. (iss)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wie Grippeviren ihr Erbgut steuern

Forscher haben nachgewiesen, wie Gene von Influenza-A-Viren an- und abgeschaltet werden. Die Erkenntnisse sollen die Entwicklung neuer Therapien vorantreiben. mehr »

Mehr Transparenz soll die Wogen der SPRINT-Studie glätten

Der Streit um die SPRINT-Studie hält an. Im Fokus steht die genutzte Methode der Praxisblutdruckmessung, um die sich Gerüchte rankten. Jetzt hat die SPRINT-Gruppe für mehr Transparenz gesorgt. mehr »

Vorsorge für den Brexit – Ansturm auf das Aufenthalts-Zertifikat

Viele Gesundheitsfachkräfte aus EU-Ländern haben Großbritannien schon verlassen. Diejenigen, die bleiben wollen, versuchen nun, das "Settled-Status"-Zertifikat zu erlangen. mehr »