Ärzte Zeitung online, 03.04.2017
 

Baden-Württemberg

SPD fordert mehr Honorar für Hausärzte

SPD fordert mehr Honorar für Hausärzte

Mit einem Zehn-Punkte-Plan will die SPD-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg die Allgemeinmedizin stärken.

© Peter Endig / ZB / picture alliance

STUTTGART. Mit einem Zehn-Punkte-Plan will die SPD-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg die Allgemeinmedizin stärken. "Oberstes Ziel" müsse es dabei sein, die Attraktivität des Fachs zu steigern und den Stellenwert des Hausarztes in der gesundheitlichen Versorgung zu stärken, sagte SPD-Fraktionschef Andreas Stoch.

In dem Papier verlangt die Fraktion, die Honorare der Hausärzte müssten "aufholen" im Vergleich zu anderen Fachgruppen und schlägt dafür den Ausbau von Selektivverträgen vor. Ausdrücklich spricht sich die SPD für mehr Ärzte – nicht nur Hausärzte – in Baden-Württemberg aus: Die Zahl der Medizinstudienplätze im Südwesten müsse erhöht, nicht berufstätige Ärzte sollten reaktiviert und die Zahl abwandernder Ärzte verringert werden, heißt es.

Andere Vorschläge der SPD sind seit Jahren Gegenstand berufspolitischer Diskussionen. So sollten Weiterbildungsverbünde in der Allgemeinmedizin gestärkt werden – auch dadurch, dass alle weiterbildungsberechtigten Krankenhäuser an den Verbünden teilnehmen.

Auch möchten die Sozialdemokraten Hausärzte stärker in schlechtversorgte Regionen "lenken", und zwar durch monetäre Anreize genauso wie durch Praxisaufkäufe in "überversorgten" Bezirken. Auch wirbt die SPD dafür, die Einzelpraxis durch andere Formen der ambulanten Berufsausübung wie MVZ zu "ergänzen". Betont wird, es geht nicht darum, Einzelpraxen zu ersetzen.

Paradox wirkt, dass der Zehn-Punkte-Plan "für mehr Landärzte" Forderungen enthält, die auf eine Ersetzung von Ärzten hinauslaufen, wie etwa die "Delegation und Substitution" ärztlicher Leistungen durch nicht-ärztliche Berufe.Die FDP-Fraktion im Landtag reagierte verschnupft auf das Papier und warf der SPD Unglaubwürdigkeit vor. Die Sozialdemokraten würden die "Kehrseite ihrer Programmatik verschweigen", kritisierte Jochen Haußmann, gesundheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion. Mit Blick auf die Diskussion über die "doppelte Facharztschiene" bemerkte er, es sei die SPD gewesen, die seinerzeit die niedergelassenen Fachärzte "am liebsten ganz abschaffen wollte". Von daher sei das SPD-Papier "trotz guter Ansätze wohlfeil". (fst)

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