Ärzte Zeitung online, 10.12.2017

Vertreterversammlung

KBV will Ende der Fristen fürs E-Health-Gesetz 2

Sacharbeit in der Vertreterversammlung der KBV: von der elektronischen Patientenakte bis zum E-Arztbrief.

BERLIN. KBV-Vorstand Dr. Thomas Kriedel hat von der Regierung schnellstmöglich Eckpunkte für eine elektronische Patientenakte gefordert. Darin solle eine einheitliche technisch-semantische Struktur vorgegeben und ärztliche Expertise eingebunden werden. In einem E-Health-Gesetz 2 dürfe sich "das Spiel mit sanktionsbewehrten Fristen nicht wiederholen", sagte Kriedel vor der Vertreterversammlung der KBV am Freitag in Berlin.

Die Notfall-App der KBV, die einen Beitrag zur Kanalisierung von dringenden Behandlungswünschen von Patienten leisten soll, ist noch nicht vorstellungsreif, sagte KBV-Vize Dr. Stephan Hofmeister. Er betonte, nur im Zusammenspiel mit regionalen Lösungen könnten App, Webseite und die Bereitschaftsdienstnummer 116.117 ein Erfolg werden. Die KBV werde den Regionen dabei keine Vorgaben machen.

Die Vertreterversammlung fasste zudem folgende Beschlüsse:

  1. Darmkrebsprävention: Der Vorstand soll sich dafür einsetzen, dass die GOP 01738 – das ist die automatisierte quantitative immunologische Bestimmung von okkultem Blut im Stuhl durch den iFOBT-Test – auch für Gynäkologen, Urologen, Dermatologen und alle in der Früherkennung tätige Ärzte aufgenommen wird.
  2. Psychotherapie: Die Vertreterversammlung wendet sich gegen die Entscheidung des Bundesschiedsamtes, wonach auch probatorische Sitzungen zur Einleitung der Richtlinien-Psychotherapie über die neu eingeführten Terminservicestellen vermittelt werden sollen.
  3. Palliativmedizin: Der Vorstand soll sich dafür einsetzen, dass die Fortbildungsverpflichtung zur Abrechnung der Palliativziffern 37300/37302/ 37317/37318 von acht auf zwei Stunden jährlich vermindert wird.
  4. Elektronischer Arztbrief: Als Folge von Verzögerungen bei der Zulassung von Übermittlungsdiensten musste die Richtlinie "Elektronischer Brief" korrigiert werden. Um eine Unterbrechung der Übermittlung und Abrechnung elektronischer Arztbriefe zu vermeiden, muss eine Pauschale pro Übermittlung zwischen KBV und GKV auch für 2018 vereinbart werden. (af/HL)

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