Ärzte Zeitung, 12.03.2010

In England gilt oft: Zu früh aus der Klinik entlassen

LONDON (ast). Britische Krankenhäuser entlassen viele Patienten zu früh. Das führt nach Angaben des Londoner Gesundheitsministeriums dazu, dass die Zahl jener Patienten, die bereits kurz nach ihrer Entlassung wieder aufgenommen werden mussten, stark gestiegen ist.

Die Kliniken des staatlichen Gesundheitsdienstes (National Health Service, NHS) stehen unter großem Druck, effizienter zu arbeiten und Kosten zu senken. Britische Medien sprechen von hot beds (heißen Betten), da Patienten schnell ein- und ausgecheckt werden. Durch die frühen Entlassungen sollen Belegquoten erhöht werden.

Kehrseite der Medaille: zwischen 1998 und 2008 stieg die Zahl jener Patienten, die bereits kurz nach ihrer Entlassung wieder in ein Krankenhaus aufgenommen werden mussten, weil es Komplikationen gab, um 52 Prozent. Derzeit werden nach offiziellen Statistiken rund 500 000 NHS-Patienten binnen vier Wochen nach ihrer Entlassung wieder in eine Klinik aufgenommen.

Jetzt ist im Gespräch, solche Kliniken finanziell zu bestrafen, die Patienten zu früh als "geheilt" nach Hause schicken. Die konservative Partei kündigte an, im Falle eines Wahlsieges bei den Unterhauswahlen NHS-Krankenhäuser zu zwingen, Patienten "so lange wie medizinisch nötig" zu betreuen, anstatt sie frühzeitig nach Hause abzuschieben.

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