Ärzte Zeitung, 06.05.2010

Kommentar

Neuer Premier hat kaum eine Wahl

Von Arndt Striegler

Die Unterhauswahlen in Großbritannien werden vermutlich knapp ausgehen. Doch ganz egal, wer Freitag früh die Hausschlüssel für den Londoner Regierungssitz in der Hand hält: Einfach dürften die kommenden Jahre nicht werden.

Für den staatlichen Gesundheitsdienst beginnt eine neue Zeitrechnung. Vorbei die Jahre enthusiastischer Etaterhöhungen. Vorbei die Zeiten, in denen jährlich tausende neue Haus- und Fachärzte eingestellt wurden. Ebenfalls goodbye zu neuen Kliniken, Primärarztpraxen und ambulanten Gesundheitsdiensten. Stattdessen beginnt für die Gesundheitspolitiker im Königreich das große Sparen.

Der britische Staatshaushalt ist nach Bankenkrise und Rezession in desolatem Zustand. Das Gesundheitswesen wird ohne Frage zu den Sparopfern zählen. Experten beziffern die Summe, die hier in den kommenden drei Jahren eingespart werden muss, auf "mindestens 20 Milliarden Pfund" (etwa 25 Milliarden Euro).

Abzuwarten bleibt, wo der Rotstift angesetzt wird. Ob bei den Hausärzten, Kliniken oder bei den Arzneikosten. Die Einsparungen werden schmerzhaft. Patienten werden darunter ebenso leiden wie die Gesundheitsberufe. Zu beneiden ist der nächste britische Premier nicht.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Unter Tony Blair und Gordon Brown hat sich der britische Gesundheitsetat verdreifacht

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Ein Anästhetikum zur Behandlung bei schweren Depressionen?

Ketamin - einst als Anästhetikum entwickelt - hat sich in mehreren Studien bei Patienten mit therapieresistenten Depressionen bewährt. Doch: Für Euphorie ist es noch zu früh. mehr »

Wo und wann sich Patienten im Krankenhaus wohlfühlen

Die Bertelsmann Stiftung hat untersucht, wo Patienten ihren Klinikaufenthalt am besten bewerten. Dabei fanden die Analysten interessante Zusammenhänge heraus. mehr »

Darf‘s ein bisschen weniger Zucker sein?

Große Lebensmitteleinzelhändler wollen den Zuckergehalt in ihren Eigenmarken reduzieren. Für Verbraucherschützer ist das allerdings nur ein Tropfen auf den heißen Stein. mehr »