Ärzte Zeitung online, 06.05.2014

Großbritannien

Ärzteverband warnt vor Praxensterben

Der britische Hausarztverband warnt vor einem massiven Praxensterben auf dem Land und verlangt einen Notetat von der Regierung.

LONDON. In England stehen mehr als 100 Hausarztpraxen unmittelbar vor dem wirtschaftlichen Aus. Weil die Londoner Regierung Millionenbeträge aus dem Gesundheitsetat kürzte, warnen britische Ärzteverbände vor einem "Praxis-Massensterben ohne Beispiel".

Wie ein Sprecher des Hausarztverbandes Royal College of General Practioners (RCCG) der "Ärzte Zeitung" in London sagte, stünden mehr als 100 Primärarztpraxen "unmittelbar vor dem wirtschaftlichen Aus.

"Wir sind extrem besorgt. Die Schließung von so vielen Hausarztpraxen wird dazu führen, dass landesweit rund 700.000 Patienten bald keinen Hausarzt mehr haben."

Das RCGP gehört zu den angesehensten Medizinerverbänden im Königreich. Das College verlangt von der Regierung Cameron einen Notetat in Höhe von umgerechnet rund 20 Millionen Euro, um die drohenden Schließungen zu stoppen.

Hausärzte haben im staatlichen britischen Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) eine wichtige Schlüsselfunktion, da über sie der Zugang zu den Fachärzten und Krankenhäusern organisiert wird. Deswegen ist die drohende Schließung derart vieler Praxen politisch brisant. (ast)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Weniger Kardiologen = mehr Herztote?

In Bundesländern mit weniger niedergelassenen Kardiologen sterben mehr Patienten an Herzerkrankungen, so der aktuelle Herzbericht. mehr »

Fehlerquelle Datenschutzerklärung

Die meisten Praxis-Websites von Haus- und Fachärzten erfüllen nicht die gesetzlichen Anforderungen. Das legt eine aktuelle Studie nah. mehr »

Nach einem Hörsturz ist das Schlaganfallrisiko erhöht

Nach einem Hörsturz haben Patienten ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. In einer südkoreanischen Studie war dies kontinuierlich über einen elfjährigen Nachbeobachtungszeitraum festzustellen. mehr »