Ärzte Zeitung online, 29.01.2018

Bundestag

UN-Hilfswerk für Nachzug der Familien

UN-Experten warnen vor gesundheitlichen Folgen für Flüchtlinge, wenn diese keine Chance haben, ihre Familie nachzuholen.

BERLIN. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat dafür geworben, den Familiennachzug künftig wieder für alle Angehörigen von Flüchtlingen in Deutschland zu erlauben. Dass dies subsidiär Schutzberechtigten zurzeit verwehrt werde, ergebe keinen Sinn, sagte Roland Bank vom UNHCR Deutschland am Montag bei einer Experten-Anhörung im Hauptausschuss des Bundestages.

Denn eine baldige Rückkehr von Somaliern, Afghanen, Irakern und Syrern in ihre Heimat sei unwahrscheinlich. Hendrik Cremer vom Deutschen Institut für Menschenrechte warnte mit Blick auf die dauerhafte Trennung der Familien vor dem "Risiko, dass die Betroffenen daran zerbrechen".

Die AfD hatte als Experten ihr Parteimitglied Dieter Amann in den Ausschuss geschickt. Der Verwaltungswirt beklagte das "Fortbestehen des Lügensystems Asyl". Männliche Flüchtlinge sollten nicht ihre Familien nachholen, sondern in ihre Heimatländer zurückkehren.

Alle Fraktionen hatten in der vergangenen Woche Vorschläge zum Familiennachzug zu Flüchtlingen mit eingeschränktem Schutzstatus vorgelegt. Die Bundesregierung hatte im März 2016 angesichts der hohen Flüchtlingszahlen beschlossen, dass sie ihre Angehörigen für zwei Jahre nicht nachholen dürfen.

CDU und CSU wollen den Familiennachzug noch länger stoppen – mindestens so lange bis die nächste Regierung eine neue Regelung dazu vereinbart hat. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Aktionsplan soll Gesundheitskompetenz stärken

15:00Gesundheitsinfos sind in vielfältiger Form der Bevölkerung heute zugänglich. Doch mit der richtigen Einordnung und Umsetzung hapert es oft. Das soll sich ändern. mehr »

Hepatitisviren lauern auf Fingernägeln und Nagelscheren

HBV-Infizierte sollten ihre Nagelscheren nicht mit anderen teilen – offenbar besteht ein Infektionsrisiko. Auch bei Zahnbürsten und Rasierapparaten gilt Vorsicht. mehr »

Infarktgefahr durch schnellen Anstieg von Stickoxiden

Hohe Stickoxidkonzentrationen in der Umgebungsluft können unter anderem das Herzinfarktrisiko erhöhen. Aber auch ein schneller NO-Anstieg scheint gefährlich zu sein. mehr »