Ärzte Zeitung online, 06.02.2019

Kongress-Ansprache

Trump sagt HIV und Krebs den Kampf an

Bei Donald Trumps Rede zur Lage der Nation hat auch die Gesundheitspolitik eine Rolle gespielt. Bei den Themen HIV und Krebs nannte er konkrete Investitionssummen. Bis 2030 rechnet er damit, dass die HIV-Epidemie eingedämmt sei.

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Donald Trump, dirigiert während seiner Rede im Kongress ein Geburtstagsständchen für Judah Samet (nicht im Bild), der den Holocaust und das Attentat in der Synagoge in Pittsburgh überlebt hatte.

© Andrew Harnik / dpa

WASHINGTON. US-Präsident Donald Trump hat substanzielle Investitionen in die Bekämpfung von HIV und Krebs bei Kindern angekündigt. Dies sagte er heute in seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation („State of the Union Address“).

Beim Thema HIV sprach Trump von bemerkenswerten Fortschritten im Kampf gegen HIV und Aids in den letzten Jahren. „Wissenschaftliche Erfolge haben einen vormals weit entfernten Traum in greifbare Nähe gebracht“, sagte der Regierungschef mit Bezug auf die Eradikation der Autoimmunkrankheit. Er wolle ein Budget freigeben – gemeinsam mit Republikanern und Demokraten –, um zumindest die HIV-Epidemie in den USA innerhalb von zehn Jahren einzudämmen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte kürzlich für Aufsehen gesorgt, als er in ähnlicher Weise vom möglichen Sieg über Krebs innerhalb von zehn Jahren sprach, ohne konkret zu erklären, wie dies erreicht werden solle. Danach beschwichtigte er: Krebs sei vielleicht nicht besiegbar, aber beherrschbar. Als Vergleich zog er dabei allerdings HIV heran. Dort sei die Lebenserwartung bei guter Behandlung inzwischen so hoch wie ohne Infektion, so seine Aussage.

Den zweiten gesundheitspolitischen Schwerpunkt setzte Trump beim Thema Krebstherapien von Kindern. Sein veranschlagtes Budget enthalte für die nächsten zehn Jahre 500 Million US-Dollar, sagte der Präsident. „Viele Kinderkrebstherapien sehen seit Jahrzehnten keine Innovationen“, begründete Trump seinen Vorstoß.

„Du bist eine große Inspiration“

Als emotionalen Aufhänger nutzte der Politiker die zehnjährige Grace, die während ihrer Hirntumor-Behandlung 40.000 Dollar an Spenden im Kampf gegen Krebs gesammelt habe: „Du bist eine große Inspiration für jeden in diesem Raum“, sagte er im US-Kongress.

Zudem hat Trump eine landesweite, bezahlte Elternzeit in seinem Budgetvorschlag eingeplant. Daneben wolle er ein Gesetz umsetzen, das eine „späte Abtreibung von solchen Kindern verhindert, die Schmerz im Mutterleib wahrnehmen können“. Er rief zur Zusammenarbeit zwischen den Fraktionen auf, um „eine Kultur aufzubauen, die das unschuldige Leben wertschätzt“.

Damoklesschwert des Shutdowns

Der US-Präsident steht unter Druck, da sich Demokraten und Republikaner noch immer nicht auf einen Haushalt geeinigt haben. Eine ausgerufene Übergangslösung, die die Haushaltssperre (englisch: Shutdown) derzeit aussetzt, endet am 15. Februar. Insbesondere Trumps Wahlkampfversprechen vom Bau einer Grenzmauer zu Mexiko erzürnt die Demokraten und könnte nächste Woche zum erneuten Shutdown führen. (ajo)

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[06.02.2019, 15:26:32]
Dr. Karlheinz Bayer 
es war absehbar
a) Trump wird einen Zaun rund um den Krebs errichten
b) er wird den Krebszellen sagen "America first" - oder "last".
Das muß noch abgestimmt werden.
Ach ja, als Berater hat er sich Manger der amerikanischen Tabakindustrie an Land gezogen, und die haben jetzt schon festgestellt, daß europäischer tabak viel krebserregender ist.
Nachzulesen auf twitter. zum Beitrag »

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