Ärzte Zeitung, 18.09.2008

Blutzucker-Tests für Patienten auf dem IQWiG-Prüfstand

BERLIN (HL). Das Selbst-Management von Diabetikern durch eigene Kontrolle der Blutzuckerwerte ist nach Auffassung von Diabetologen eine Voraussetzung, Diabetes mellitus zu beherrschen und das Risiko für spätere Komplikationen zu mindern. Erreichte Erfolge durch die Disease-Management-Programme könnte das IQWiG gefährden.

Die Zusammenhänge verdeutlichte Professor Manfred Dreyer, Vorsitzender des Verbandes klinischer Diabetes-Einrichtungen bei einem parlamentarischen Abend von Johnson & Johnson. Alle großen Studien zeigten, dass eine konsequente Blutzuckersenkung in Kombination mit Patientenschulung (etwa im Rahmen von DMP), die den Patienten zum Selbst-Management befähigt, die Stoffwechselstörung beherrschbar macht und das Risiko für extrem teure Spätkomplikationen mindert.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit möchte nun allerdings wissen, welchen medizinischen Nutzen die Messung des Blutzuckers durch den Patienten isoliert beiträgt. Denn für Diabetiker bezahlen die Kassen die Kosten für Messgeräte und Teststreifen. Das Problem ist allerdings, dass es keine Studien gibt, in denen isoliert der Effekt des Einsatzes von Blutzuckertests durch den Patienten untersucht worden ist. Eine solche isolierte Fragestellung hält Dreyer allerdings für unsinnig.

Wie das IQWiG letztendlich den Wert der Blutzuckermessung beurteilen wird, ist im Moment noch offen. Bis Mittwoch konnten Betroffene und auch Hersteller ihre Stellungnahmen zum Berichtsplan abgeben.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Der kleine Unterschied ist größer als gedacht

Krankheiten verlaufen bei Männern und Frauen unterschiedlich, das ist bekannt. Die Gendermedizin deckt immer mehr die geschlechtsspezifischen Besonderheiten auf. mehr »

Prä-Op-Labor - Kein Einfluss auf den Bonus

Mit der Laborreform hat sich der Blick verstärkt auf das Prä-Op-Labor gerichtet. Das soll nicht auf die Laborkosten angerechnet werden. mehr »

So sieht die Gesundheitsversorgung in den 32 WM-Ländern aus

Bei der Fußball-WM in Russland sind die teilnehmenden Nationen mit hochkarätigen medizinischen Betreuerstäben am Start. Doch wie sieht es mit der Gesundheitsversorgung in der Heimat aus? mehr »