Ärzte Zeitung, 04.10.2010

BKK Bayern sieht sich im Kassenausgleich benachteiligt

Der BKK-Landesverband beklagt systematische Vorteile für die AOK im Risikostrukturausgleich.

BKK Bayern sieht sich im Kassenausgleich benachteiligt

Mehr Zuweisung aus dem Gesundheitsfonds begünstige die AOK, klagt der BKK-Landesverband Bayern.

© Henry Schmitt / fotolia.com

MÜNCHEN (sto). Dass die AOK Bayern in ihrem HzV-Vertrag mit dem Bayerischen Hausärzteverband (BHÄV) die vereinbarte Meistbegünsti-gungsklausel in Anspruch nimmt, hat den BKK Landesverband Bayern auf den Plan gerufen. Die Anwendung der Meistbegünstigungsklausel, mit der die AOK Bayern die Senkung des maximalen Fallwertes im Vertrag mit dem BHÄV von 84 Euro auf 76 Euro rückwirkend zum 1. Januar 2010 umsetzt, lege einen Systemfehler im Morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) offen, erklärt der Vorstand des bayerischen BKK Landesverbandes, Sigrid König, in einem Schreiben an Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler. Denn die niedrigere Fallwertobergrenze, die von der Schiedsperson für die Hausarztverträge der Betriebskrankenkassen in Bayern festgesetzt wurde, und auf die sich die AOK berufe, spiegele eine günstigere Morbiditätsstruktur wider, argumentiert König.

"Allein der morbiditätsbezogene Fallwertunterschied zwischen hiesiger AOK und BKK beträgt aktuell acht Euro je Fall und Quartal", heißt es in dem Schreiben. Während die AOK aufgrund der Meistbegünstigungsklausel die Möglichkeit habe, ihren Fallwert für eingeschriebene Versicherte auf das niedrigere BKK-Niveau zu senken, erhalte sie zugleich wegen einer schlechteren Morbiditätsstruktur ihrer Versicherten höhere Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds als die Betriebskasse.

Der RSA müsse zurückgeführt werden, so dass er weniger manipulationsanfällig wird. Eine Berücksichtigung der Variablen Alter, Geschlecht und Hochrisikofaktoren im Risikostrukturausgleich reiche aus.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Drastisch veränderte Mundflora bei Krebs

Beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle ist die Zusammensetzung des oralen Keimwelt im Vergleich zu Gesunden drastisch verschoben. mehr »

Engagement, das Früchte trägt

Jungen Menschen fehlt es an Gespür für ehrenamtliches Engagement? Ein Vorurteil, wie sich bei der Springer Medizin Gala gezeigt hat. Deutlich wurde auch, dass Engagement für Hilfsbedürftige auch den Sinn für das Politische schärft. mehr »

So wird Insulin für Diabetiker produziert

Hinter den Toren des Industrieparks Höchst bieten sich faszinierende Einblicke in die Welt der Hochleistungs-Biotechnologie: Milliarden von E.coli-Bakterien produzieren hier das für Diabetiker überlebenswichtige Insulin. mehr »