Ärzte Zeitung, 14.10.2010

Kassen lehnen Nachschlag bei Honoraren ab

Kassen lehnen Nachschlag bei Honoraren ab

Fordert eine "nachgebesserte Honorarerhöhung" - Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU).

© Astrid Schmidhuber / imago

BERLIN (hom). Die Krankenkassen lehnen eine abermalige Aufstockung der Ärztehonorare kategorisch ab. Entsprechende Überlegungen der CSU entbehrten "jeder Grundlage", sagte der Vize des GKV-Spitzenverbandes Johann-Magnus von Stackelberg. Der Vorstandschef der KKH-Allianz, Ingo Kailuweit, sagte, die Bayern würden mit der Forderung "nach noch mehr Honorar" das Fass endgültig zum Überlaufen bringen.

Aus der CSU waren zuletzt Rufe nach einem Nachschlag bei den Honoraren gekommen. CSU-Gesundheitsexperte Johannes Singhammer hatte es als problematisch bezeichnet, dass einige KV-Regionen "kaum oder nur wenig" von den steigenden Honoraren profitierten (wir berichteten). Der bayerische Gesundheitsminister Markus Söder (ebenfalls CSU) legte jetzt nach. Die geplante Erhöhung der Honorare müsse nachgebessert werden, sagte Söder der "Welt". In Bayern würden Praxiskosten steigen, "woanders die Honorare".

Stackelberg wie Kailuweit wiesen hingegen darauf hin, dass "gerade erst" ein Anstieg bei den Ärztehonoraren beschlossen worden sei. Die Ärzte erhielten 2011 "im Ergebnis über eine Milliarde zusätzliches Honorar". Mit den gefassten Beschlüssen des Erweiterten Bewertungsausschusses steige das durchschnittliche Einkommen eines Arztes auf mindestens 169 000 im Jahr, so Stackelberg.

Derweil signalisierte der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn Gesprächsbereitschaft. "Man kann über alles reden", sagte Spahn der "Ärzte Zeitung". Eine Lösung könne darin liegen, "die morbiditätsbedingte Grundsteigerung von 0,75 Prozent, die jede KV erhält, angemessen zu erhöhen".

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Junge sind besonders depressionsgefährdet

Der Alltag junger Menschen birgt hohe Risiken für Depressionen. Ärzte warnen: Die Gefahr der Chronifizierung ist groß. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »