Ärzte Zeitung, 19.07.2011

Ersatzkassen wollen keine weiteren Perinatalzentren

DRESDEN (tt). Der sächsische Ersatzkassenverband vdek spricht sich gegen eine Ausweitung stationärer Versorgungszentren für Früh- und Neugeborenen aus.

"Wir müssen hochspezialisierte Leistungen konzentrieren, manche auf wenige Standorte", erklärte die vdek-Landeschefin Silke Heinke anlässlich einer Tagung des Krankenhausplanungsausschusses, der über den Krankenhausplan für 2012 und 2013 beriet.

Perinatalzentren, die bestimmte Fallzahlen unterschreiten, erfüllten oft nicht die qualitativen Anforderungen an Infrastruktur, Fachärzte und Pflegepersonal, monierte Heinke.

In der stationären Kindermedizin sei eine "Das-machen-wir-auch-Mentalität" verbreitet, das verschlechtere die Behandlungsqualität. Hier sei die Krankenhausplanung gefordert.

Der vdek plädiert deshalb für eine Festschreibung der Einrichtungen. "Anstatt noch mehr Zentren zu eröffnen, die einander die Fälle wegnehmen und sich so schwächen, macht die gezielte und rechtzeitige Einweisung der Patientinnen in die bestehenden Einrichtungen mehr Sinn."

Heinke sieht auf sächsische Kinderkliniken große Probleme zukommen, da das Versorgungsnetz zu dicht, gleichzeitig die Fallzahlen und Abteilungsgrößen stark rückläufig seien.

"Wir brauchen Weichenstellungen, um in der Fläche weiter eine den fachärztlichen Standards entsprechende Versorgung anbieten zu können." Kooperationen mit anderen Kliniken seien denkbar.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Schmerzloses Impfen per Pflaster

Forscher arbeiten an Impfpflastern, mit denen sich Vakzinen schmerzfrei applizieren lassen, ganz ohne Nadel. Die Pflaster haben viele Vorteile und könnten für höhere Impfraten sorgen. mehr »

Paul Ehrlich-Preis für Forschung zu Proteinfaltung

Für ihre Forschung zu Chaperonen erhalten Franz-Ulrich Hartl und Arthur L. Horwich den Paul Ehrlich-Preis 2019. Ihre Erkenntnisse könnten für neue Therapien bei neurodegenerativen Erkrankungen eingesetzt werden. mehr »

Ärzte sehr enttäuscht über Brexit-Votum

Das britische Parlament hat das von Premierministerin May ausgehandelte Brexit-Abkommen mit der EU abgeschmettert. Ärzte und Pharmabranche zeigen sich enttäuscht – und fordern endlich Klarheit. mehr »