Ärzte Zeitung online, 29.06.2015

Geburtshilfe

Hebammen hadern mit der Haftpflicht

BERLIN. Rund 150 freiberufliche Hebammen haben im Juni ihren Beruf aufgegeben. Grund seien die steigenden Haftpflichtprämien für Geburtshelfer und die andauernde Unsicherheit über die Fortzahlung der Sicherstellungszuschläge durch die Kassen, sagte Katharina Jeschke vom Deutschen Hebammenverband am Montag in Berlin.

Damit sind in Deutschland nach Auskunft des Verbandes nur noch 2348 freiberufliche Hebammen in der Geburtshilfe und der Wochenbettbetreuung tätig.

Vom 1. Juli an stiegen die Prämien auf 6274 Euro im Jahr, sagte Jeschke. Der GKV-Spitzenverband sei bislang aber nicht bereit, bei der Hebammenvergütung mehr als 3000 Euro Haftpflichtprämie anzuerkennen.

Dieser Ausgleich soll darüber hinaus ab 1. Juli vorläufig ausgesetzt werden. Die Verhandlungen zwischen dem GKV-Spitzenverband und den Hebammen darüber dauerten nach Angaben Jeschkes an. Sie warf der Kassenseite Hinhaltetaktik vor.

Die Höhe der Haftpflichtprämien bedeute eine "massive Einschränkung der Freiheit der Berufsausübung", sagte DHV-Präsidentin Martina Klenk. Als Lösung brachte Klenk erneut einen Haftungsfonds ins Spiel.

Es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, diese Risiken zu mindern. (af)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[30.06.2015, 18:26:45]
Dr. Reiner Blessing 
Skandinavien gibt ein gutes Beispiel : staatlicher Fond regelt Ausgleich für Opfer ...
ungewöhnlicher Krankheitsverläufe unabhängig von justitiabler Schuld der Ärzte oder Hebammen. Gerecht und gut für Patienten , Ärzte und Hebammen. Für arbeitslose Juristen aber fällt nichts ab, deshalb kein Modell für Deutschland . Hierzulande müssen Ärzte und Hebammen möglichst zügig zur Auswanderung animiert werden, unsere Juristen sind uns heilig. Sie pflegen die edle deutsche Streitkultur. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Doping nicht nur im Spitzensport

Bei Doping denken viele an gefallene Stars. Aber der Sport ist ein Abbild der Gesellschaft. Auch viele Breitensportler greifen zu unerlaubten Mitteln. mehr »

Warten auf den Arzt

Wie lange die Wartezeit in einer Arztpraxis beträgt, hängt nicht nur mit dem Fachgebiet des Arztes zusammen, sondern auch mit der Versicherung und dem Standort, so eine Patientenbefragung. Wer wartet wo wie lange? mehr »

Vorstufe für Bundespflegekammer

Die Pflegekräfte wollen mehr Einfluss – nun haben sie die Vorstufe für eine Bundespflegekammer gegründet. Sie wollen damit ihre Position gegenüber Ärzten stärken. mehr »